Erziehung und Verhalten

Erziehung

Erziehung – das A und O der Hundehaltung

Eine gute Erziehung ist unerlässlich, damit ein Hund sich nicht selbst gefährdet oder gar zur Gefahr für seine Halter oder andere Menschen wird. Es sollten deshalb vom ersten Tag an klare Regeln festgelegt werden, die den Rahmen für das soziale Miteinander abstecken. Dabei gilt:

     

  • Der Mensch sollte Führungskompetenz haben, das heißt er sollte der „Führende“ sein, behütend und leitend. Hierzu gibt es viele Bücher, DVDs und Trainer. Am besten belegen Hund und Halter zusammen einen Kurs in einer seriösen Hundeschule oder einem Hundeverein.

  • Ein gut erzogener Hund hört auf das wichtigste Kommando: „Stopp!“ oder „Aus!“. Dieses Abbruchsignal sollte den Hund möglichst in jeder Situation stoppen. Weiterhin sollte er Vertrauen in motivierende Signale wie „Hier!“ für freudiges Herankommen, „Sitz!“, „Bleib!“ und „Fuß!“ haben. Abbruch- und Motivationssignale müssen klar und für den Hund deutlich unterscheidbar sein. Durch entsprechende Körpersignale und Handbewegungen lässt sich die Wirkung noch verstärken.

  • Einen Welpen kann man ohne große Probleme zur Stubenreinheit erziehen. Am besten ist es, von Anfang an mit Konsequenz und Geduld nach jedem Aufwachen, nach dem Toben, nach jeder Mahlzeit und kurz vor dem Schlafengehen mit ihm rauszugehen. Wichtig: Nicht bestrafen, wenn er sein Geschäft einmal am falschen Platz verrichtet hat, sondern loben, wenn er den richtigen Platz wählt.

  • Hunde mögen es, wenn man ihnen eine Aufgabe stellt. Die Erziehung sollte entspannt und spielerisch ablaufen. Macht der Vierbeiner etwas richtig, sollte man ihn mit viel Lob und Streicheleinheiten oder einem Leckerbissen belohnen. Begeht er einen Fehler, sollte man dem Hund sofort in der Situation deutlich und bestimmt zum Beispiel „Aus!“ oder „Pfui!“ sagen. Sowohl Lob als auch Strafe sollte der Hund deutlich seinem gerade gezeigten Verhalten zuordnen können.

So „spricht“ man mit seinem Hund

Neben klaren Körpersignalen ist auch das Sprechen mit dem Hund Grundlage für dessen Erziehung. Hunde können zwar Sprache nicht verstehen, aber: Der Hund hat die Fähigkeit, Worte oder vielmehr Laute des Menschen zu erinnern und bestimmten Dingen, Gerüchen, Handlungen und Empfindungen zuzuordnen. Er kann ausgezeichnet die emotionale Färbung von Lauten wahrnehmen und wird sie seinen Erfahrungen entsprechend zuordnen. Ein Wort oder ein Stimmungslaut kann, wenn er zur einzelnen Geste oder zur gesamten Gestik passt, diese verstärken.

Hundebesitzer sollten konsequent zu einem entsprechenden Körpersignal immer das gleiche Hörzeichen benutzen, also zum Beispiel nicht einmal "Platz!" und ein anderes Mal "Sitz!" sagen. Das würde den Hund nur verwirren. Auch sollte der Name des Hundes immer deutlich von einem Hörzeichen zu unterscheiden sein. So könnte zum Beispiel ein Vierbeiner mit dem Namen „Fritz“ seinen Namen mit dem Hörzeichen „Sitz!“ verwechseln.

Ein Hund gehorcht besser, wenn man ihn zu dem gewünschten Verhalten mit freundlicher, hoher Stimme motiviert. Hat er etwas richtig gemacht, kann man ihn noch zusätzlich loben. Lob, Streicheleinheiten und auch ab und zu ein Leckerli, spornen ihn mehr an als Tadeln oder Schimpfen.

Tipps zum Gewöhnen an Halsband und Leine

Ein erwachsener Hund, zum Beispiel aus dem Tierheim, ist in der Regel schon mit Halsband und Leine vertraut. Ein Welpe muss erst daran gewöhnt werden. Damit dies reibungslos klappt, sollte man einige Dinge beachten:

    •    Das Halsband darf nicht so eng sein, dass der Hund keine Luft bekommt, es sollte aber auch nicht so weit sein, dass er sich mit dem Kopf herauswinden kann. Die Leine sollte mindestens zwei Meter lang sein.

    •    Vor dem ersten Spaziergang ist es hilfreich, den Hund an Brustgeschirr und Leine zu gewöhnen. Wer selber noch keine Erfahrung mit einem Brustgeschirr hat, übt zunächst dessen Handhabung an einem Stofftier.

    •    Zur Gewöhnung werden das Brustgeschirr und die Leine kurz vor dem Füttern oder Spielen angelegt. So verbindet der Hund damit etwas für ihn sehr Positives.

    •    Wenn das Brustgeschirr akzeptiert wird, kann man den ersten Spaziergang wagen. Am besten in ruhiger Umgebung, damit das Tier nicht abgelenkt wird.

    •    Es kann sein, dass der Hund sich anfangs häufig hinsetzen, sich schütteln und vielleicht sogar versuchen wird, das Geschirr mit der Hinterpfote wegzukratzen. Hier hilft Geduld, also abwarten, bis sich der Hund freiwillig in die gewünschte Richtung bewegt. Dann wird er mit einem Leckerli belohnt.

    •    Immer, wenn der Hund die nächsten Schritte mitkommt, wird er belohnt.

    •    Am besten mehrmals täglich, aber nicht zu lange trainieren.

    •    Einen Welpen, der anfangs nicht gerne mitlaufen will, bitte nicht hinterherziehen, sondern ein kleines Stück auf dem Arm tragen.

    •    Will er in eine andere Richtung oder schneller voranlaufen, hilft konsequentes Stehenbleiben.

      Verhalten

      Erlernen und Verstehen der Hundesprache

      Wer mit einem Hund lebt, sollte die Hundesprache kennen und verstehen, denn die meisten Unfälle mit Hunden passieren, weil ein Halter seinen Hund nicht versteht bzw. dessen Warnzeichen nicht rechtzeitig erkennt. So drücken Hunde sich durch Bellen, Körpersprache und Mimik aus:

         

      • Liegt der Hund auf dem Rücken und macht sich lang, bedeutet dies bei einem gut sozialisierten Hund, er will Aufmerksamkeit oder wartet auf Liebkosungen.

      • Hochgestreckter Kopf und angehobener Schwanz verraten gespannte Aufmerksamkeit. Oft spitzt der Hund dazu die Ohren und dreht sie in eine bestimmte Richtung. Je höher der Schwanz, desto stärker ist die Anspannung. Schwanzwedeln in diesem Zusammenhang lässt Nervosität erkennen.

      • Eine ernst zu nehmende Drohung ist es, wenn sich beim Hund Schwanz- und Rückenfell sträuben und er dazu noch knurrt. Angst und Verunsicherung, aber auch Aggressivität, werden durch stark angelegte Ohren signalisiert.

      • Klemmt ein Hund den Schwanz ein, kann das ein Zeichen von Angst bzw. Rückzug in einem Konfliktfall sein.

      • Hunde können sogar lächeln. Das zeigen sie, indem sie die Schnauze leicht öffnen und dabei Zähne zeigen. Doch zieht ein Hund die Lefzen hoch, heißt es „Vorsicht!“

      • Hunde „sprechen“ aber auch mit Lauten. Wer mit einem Hund lebt, wird bald die verschiedenen Lautäußerungen seines Hundes kennen und verstehen lernen.

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