Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

Daten & Fakten

Deutscher Heimtiermarkt 2010

Leichtes Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr

Heimtiermarkt wächst um 0,8 Prozent

Die deutsche Heimtierbranche entwickelt sich weiter positiv. Nach deutlichen Umsatzzuwächsen in den beiden Vorjahren konnte der Markt für Heimtierbedarf auch in 2010 ein Umsatzplus verbuchen: Mit insgesamt 3.707 Mio. Euro lag der Gesamtumsatz 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Dabei verzeichneten beide Marktsegmente ähnliche Zuwachsraten: Der Markt für Heimtier-Fertignahrung übertraf das Ergebnis aus 2009 mit nunmehr 2.777 Mio. Euro um 0,8 Prozent. Das Segment „Bedarfsartikel und Zubehör“ erzielte mit 930 Mio. Euro 0,7 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Katzenfuttermarkt übertrifft erneut Vorjahresergebnis

Auch in 2010 wuchs der Markt für Katzenfutter am stärksten an und behauptet sich mit einem Umsatz von 1.435 Mio. Euro (plus 2,9 Prozent) als größter Einzelbereich. Das beste Ergebnis erzielte dabei das Segment „Snacks und Katzenmilch“: Mit einem Plus von 8,3 Prozent übertraf die Sparte das gute Vorjahresergebnis mit nun 183 Mio. Euro erneut. Der Bereich „Trockenfutter“ legte mit 3,0 Prozent Zuwachs auf 312 Mio. Euro ebenfalls deutlich zu. Im Segment „Feuchtfutter“ erwirtschaftete die Branche ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 940 Mio. Euro.

Markt für Hundefutter leicht über Vorjahresniveau

Der Hundefuttermarkt setzte in 2010 insgesamt 1.102 Mio. Euro um und erreichte damit ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Damit entwickelte sich der Bereich weiterhin positiv. Klarer Gewinner im Hundefuttermarkt 2010 war das Segment „Snacks“, mit einem Zuwachs um 3,4 Prozent auf 332 Mio. Euro. Die Segmente „Feuchtfutter“ (354 Mio. Euro, minus 1,1 Prozent) und „Trockenfutter“ (416 Mio. Euro, minus 1,4 Prozent) hingegen verzeichneten leichte Umsatzrückgänge.

Auch die Umsätze in den Segmenten Kleintierfutter (127 Mio. Euro, minus 4,5 Prozent), Ziervogelfutter (53 Mio. Euro, minus 7,0 Prozent) und Zierfischfutter (60 Mio. Euro, minus 11,6 Prozent) gingen in 2010 zurück.

Bedarfsartikelmarkt mit Umsatzplus

Der Markt für Heimtierbedarfsartikel verzeichnete in 2010 mit einem Gesamtumsatz von 930 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,7 Prozent.

Der Markt für Hunde-Bedarfsartikel (155 Mio. Euro, plus 3,3 Prozent) wuchs erstmals stärker als der Markt für Katzen-Bedarfsartikel (184 Mio. Euro, plus 2,8 Prozent). Es folgten Katzenstreu (plus 1,7 Prozent auf 241 Mio. Euro) sowie Bedarfsartikel für Kleintiere (plus 0,9 Prozent auf 106 Mio. Euro).

Einbußen, wenngleich weniger ausgeprägt als noch im Vorjahr, musste jedoch der Bedarfsartikelmarkt für die Haltung von Zierfischen hinnehmen. Er ging um 3,9 Prozent auf 201 Mio. Euro zurück. Auch der Bedarfsartikelmarkt für Ziervögel entwickelte sich nicht positiv (43 Mio. Euro, minus 2,3 Prozent).

Bedeutung der Vertriebswege bleibt unverändert

Die unterschiedliche Bedeutung der Vertriebswege für Heimtierfutter und Bedarfsartikel hat sich auch in 2010 nicht grundsätzlich verändert. Mit einem Umsatz von 755 Mio. Euro und einem Umsatzanteil von 81 Prozent ist der Fachhandel weiterhin der wichtigste Absatzweg für Bedarfsartikel. Der Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern) bleibt der Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung. Hier wurden mit einem Anteil von 66 Prozent 1.821 Mio. Euro umgesetzt.

Heimtierpopulation mit leichtem Minus

In 2010 lebten 22,3 Mio. Hunde, Katzen und Co. (ohne Zierfische und Terrarientiere) in deutschen Haushalten. Damit blieb die Population trotz eines leichten Minus von 1,3 Prozent weitgehend stabil.

Weiterhin werden in etwa einem Drittel aller deutschen Haushalte ein oder mehrere Tiere gehalten.

Anzahl von Katzen bleibt stabil – Etwas weniger Hunde als 2009 – Leichter Zuwachs bei den Ziervögeln

Die Anzahl der Katzen blieb auch in 2010 stabil. Wie schon in den beiden Vorjahren lebten 8,2 Millionen dieser Tiere in deutschen Haushalten. Die Hundepopulation verzeichnete mit 5,3 Millionen Tieren hingegen im Vergleich zu 2009 ein leichtes Minus von 1,8 Prozent.

Erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Ziervögel: Mit 3,5 Millionen Tieren hielt die Zahl der in Deutschland lebenden Ziervögel nicht nur das Vorjahresniveau, sondern übertraf dieses sogar um 2,9 Prozent.

Dagegen verringerte sich die Anzahl der Kleintiere erneut, um 5,4 Prozent auf 5,3 Millionen Tiere.

Darüber hinaus gab es im Jahr 2010 in Deutschland 2,0 Millionen Aquarien und 2,2 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen. Des Weiteren wurden 440.000 Terrarien ermittelt.

Zahl älterer Tierhalter steigt weiter

2010 lebten erneut mehr Tiere bei älteren Tierhaltern als im Vorjahr: Der Anteil der Tierhalter von 50 bis 59 Jahren wuchs auf 19 Prozent (im Vorjahr waren es 18 Prozent). Ebenfalls um ein Prozent stieg die Zahl der Tierhalter ab 60 Jahren (30 Prozent). Und auch der Anteil der Tierhalter im mittleren Alter erhöhte sich: Mit 26 Prozent gab es zwei Prozent mehr Tierhalter von 40 bis 49 Jahren als in 2009. Verringert haben sich dagegen erneut die Anteile der Tierhalter bis 29 Jahre (9 Prozent) sowie der 30- bis 39-jährigen Tierhalter (16 Prozent).

Der Vorjahrestrend hin zu Tierhaltung in kleineren Haushalten wurde in 2010 gestoppt. So lebten im Gegensatz zu 2009 weniger Tiere in 1-Personen-Haushalten (26 Prozent). Dafür wurden in größeren Haushalten ab 3 Personen wieder mehr Heimtiere gehalten: 39 Prozent im Vergleich zu 38 Prozent im Vorjahr. Die Zahl der Heimtiere, die in 2-Personen-Haushalten lebten, blieb mit 35 Prozent konstant.

Die positive Entwicklung des Heimtiermarktes im Jahr 2010 belegt wieder einmal, dass die Liebe der Deutschen zu ihren tierischen Begleitern ungebrochen ist. IVH