Eine sichere Weihnachtszeit für Tiere

Duftöle, Christbaumkugeln, Schokolade – was die Adventszeit für uns Menschen so schön macht, kann für Hunde, Katzen und andere tierische Mitbewohner ein gesundheitliches Risiko sein. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen sind nötig, damit alle Familienmitglieder die schönste Zeit des Jahres unbeschwert genießen können.

iStock / MW47

Die Advents- und Weihnachtszeit verspricht Ruhe und Besinnlichkeit im Kreise der Familie, zu der auch die tierischen Mitbewohner zählen. Doch die Verwandlung des heimischen Wohnzimmers in ein festlich geschmücktes Weihnachtsszenario birgt gerade für die tierischen Mitbewohner Risiken. 

Adventskranz und Weihnachtsbaum bewusst auswählen

Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum ist das Sinnbild für die Weihnachtszeit, aber er stellt eine nicht unerhebliche Gefahr für Heimtiere dar. Über die Giftigkeit von Nadelbäumen für Ziervögel, Kaninchen und Katzen wird schon seit vielen Jahren – teils kontrovers – diskutiert. Dabei spielt die Art des Nadelbaumes eine wichtige Rolle: Nordmannstannen gelten als eher schwach giftig und sind für viele Tiere unbedenklich. Kiefern dagegen sind insbesondere für Katzen giftig.

Bei Weihnachtsbäumen können die ätherischen Öle, das Harz und mögliche Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln bei Heimtieren gesundheitliche Probleme verursachen. Daher sollte man darauf achten, einen zertifizierten Weihnachtsbaum zu kaufen. Wenn Tiere Nadeln anknabbern oder fressen, können Vergiftungserscheinungen auftreten. Insbesondere Katzen reagieren sehr empfindlich auf die ätherischen Öle, verschluckte Nadeln können darüber hinaus eine Darmperforation zur Folge haben. Das Harz der Nadeln kann bei Ziervögeln zum Verkleben des Gefieders oder des Schnabels führen. In solchen Fällen ist unbedingt ein Tierarzt zu konsultieren. 

Pflanzen und Weihnachtsdekoration achtsam platzieren

Neben Nadelbäumen sind viele weitere für die Weihnachtszeit typische Zier- und Dekorationspflanzen für Haustiere hochgiftig, wie beispielsweise Weihnachtssterne, Stechpalmen, Mistel oder Christusdorn. Wertvolle Informationen zur Giftigkeit von Zimmerpflanzen können interessierte Heimtierhalter den Giftdatenbanken aus dem Internet entnehmen. 

Ein weiteres Gefahrenpotential für Heimtiere birgt Weihnachtsdekoration wie Lametta oder Christbaumkugeln, denn nicht nur Katzen sind von Lametta oder Engelshaar fasziniert. Doch die langen Schmuckfäden sind nicht nur giftig, sondern können auch zu Verschlüssen des Magen-Darmtraktes führen. Zudem können sich Ziervögel in den Lamettafäden verfangen und im Extremfall strangulieren. 

Auch Christbaumkugeln oder andere Dekorationsgegenstände aus Glas sind nicht ohne Risiko: Gehen sie beim Spielen zu Bruch, können sie Schnittverletzungen bei unseren tierischen Mitbewohnern verursachen. Besonders tragisch wird dies, wenn Hunde Weihnachtsbaumkugeln mit Bällen verwechseln und diese ins Maul nehmen. Zerbricht die Kugel, können daraus Verletzungen im Maul- und Rachenraum oder sogar im Magen-Darm-Trakt resultieren. 

Als Alternative zu Kerzen am Weihnachtsbaum sind immer häufiger Lichterketten gefragt. Bei diesen sollte darauf geachtet werden, dass sich Heimtiere weder in ihnen verfangen noch dass sie von nagefreudigen Mitbewohnern angeknabbert werden können. Auch Schneespray, Geschenkpapier, Tüten, Schleifen und Bänder sollten außer Reichweite von Tieren platziert werden: Während Schneespray und Glitzer aller Art als giftig gelten, können Geschenkbänder, -schleifen und -papier verschluckt werden und zu Darmverschlüssen führen. 

Weihnachtsdüfte und Süßigkeiten nur für Menschen

Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit kommen nicht selten besonders intensive Duftöle oder Räucherstäbchen zum Einsatz, um in den heimischen vier Wänden eine wohlige Atmosphäre für alle Sinne zu schaffen. Jedoch können  freigesetzte Dämpfe nicht nur bei Ziervögeln und Säugern zu gesundheitlichen Problemen wie Reizungen der Schleimhäute führen, sondern in Extremfällen sogar bei Zierfischen in Aquarien. 

Für viele Menschen ist das Highlight der Weihnachtszeit der Weihnachtsbraten im Kreise der Familie, die süßen Versuchungen auf den Gebäcktellern oder die Schokolade aus dem Adventskalender. Jedoch werden viele unserer Leckereien von den tierischen Mitbewohnern nicht vertragen, da sie für Tiere nicht nur unbekömmlich, sondern sogar giftig sein können. So kann der gutgemeinte Rest des fettigen Gänsebratens als Leckerei für Hund und Katze zu Irritationen des Verdauungssystems führen. 

Auch Schokolade, insbesondere Bitterschokolade, kann bei Heimtieren zu schweren Vergiftungen oder sogar zu Todesfällen führen. Wer an Weihnachten oder Silvester Raclette isst, sollte dies nicht in der Nähe der heimischen Vögel tun, da diese empfindlich auf Dämpfe und mögliche Freisetzungen von Teflon reagieren. 

Prävention für eine unbeschwerte Weihnachtszeit 

Damit Mensch und Tier die Weihnachtszeit entspannt genießen können, sollten die Wohnung und alle Weihnachtsutensilien auf mögliche Gefahren überprüft werden: Lametta oder Weihnachtskugeln lassen sich durch ungiftige und ungefährliche Alternativen ersetzen, beispielsweise Baumschmuck aus Holz, Stroh oder nicht benagbaren Kunststoffen. Für einen sicheren Stand des Weihnachtsbaumes sorgt ein stabiler Ständer mit möglichst breitem Fuß. 

Dekorationsgegenstände und Süßigkeiten wie Schokolade und Plätzchen sollten in sicherer Höhe und außerhalb der Reichweite des Heimtieres stehen. Kleinsäuger und Vögel sollten nicht unbeaufsichtigt das weihnachtliche Zuhause erkunden und auch für Hunde und Katzen gilt eine genaue Beobachtung, sodass im Notfall schnell reagiert werden kann. Diesbezüglich erkundigt sich der verantwortungsbewusste Tierhalter im Vorfeld, welcher Tierarzt oder welche Tierklinik über die Weihnachtstage im Notfall erreichbar ist. Sind die entsprechenden Vorkehrungen getroffen, kann die fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit von allen genossen werden – von Mensch und Tier.

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