Kanarienvögel: So klappt es mit dem Nachwuchs

Eigener Vogelnachwuchs – davon träumen viele Vogelliebhaber. Denn kleine Vögel heranwachsen zu sehen, ist eine spannende Erfahrung. Das richtige Futter, ein geeigneter Nistplatz und eine ruhige Atmosphäre – wer diese einfachen Vorbedingungen schafft, kann seine Tiere zum Brüten animieren, vor allem in Frühjahr und Sommer. Es ist allerdings sinnvoll, im Familienkreis schon möglichst früh darüber zu sprechen und mit den Vorbereitungen zu beginnen.

Bei Kanarienvögeln sorgen die längeren Tage im Frühjahr für Brutstimmung. Schon bevor die Tiere Eier gelegt haben, kann der Halter sie auf die bevorstehende Herausforderung vorbereiten. „Eiweißreiches Futter, sogenanntes Aufzuchtfutter, aus dem Fachhandel stellt sicher, dass die Henne und auch die Küken widerstandsfähig sind“, rät Gaby Schulemann-Maier, langjährige Ziervogelexpertin und Fachautorin. Außerdem gewöhnen sich die Tiere so schon an das neuartige Futter und verfüttern es später leichter an ihren Nachwuchs. Auch Kalk sollte angeboten werden, damit die Henne gut Eier legen kann.

Wird das Weibchen ungewöhnlich unruhig und hüpft von Stange zu Stange, können ein Nest und Nistmaterial bereitgestellt werden. Mehrere kleine Körbe aus Plastik, Metall oder Hanf bieten der Henne die Möglichkeit, das Nistmaterial, zum Beispiel Baumwollfäden, trockenes Moos, Sisalfäden oder Heu, zum Nest zu formen. Geeignetes Nistmaterial in der richtigen Größe bekommen Vogelliebhaber im Zoofachhandel.

Damit sich Vogelnachwuchs einstellt – Kanarienvögel legen in der Regel um die vier Eier, jeweils im Abstand von einem Tag – ist auch die richtige Atmosphäre wichtig. „Das Pärchen sollte ruhig und ungestört balzen und brüten können“, sagt Schulemann-Maier. Die 13- bis 14-tägige Brutzeit beginnt am besten erst dann, wenn alle Eier gelegt sind. So schlüpfen alle Küken gleichzeitig und haben dieselben Chancen. Daher sollten Vogelhalter die ersten echten Eier zunächst vorsichtig gegen Kunststoffeier austauschen. Erstere werden dann möglichst mit der spitzen Seite nach unten, geschützt vor Hitze und Kälte, in einer Schachtel gelagert, deren Boden mit Vogelfutter, -sand oder Watte ausgepolstert ist. Ist das letzte Ei gelegt und folgen keine mehr, werden alle Eier zurück ins Nest gelegt.

Übrigens: Wer Wellen- oder Nymphensittichnachwuchs haben möchte, braucht eine Zuchtgenehmigung. Dies gilt für alle Papageienartigen in Deutschland.

Weitere Informationen und Anregungen zum Thema Nachwuchs und Aufzucht im Vogelheim erhalten Freunde von Kanarien und Co. auch im Fachhandel. IVH

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