Mund-Nasen-Bedeckungen: So gewöhnt sich der Hund daran, wenn der Halter eine Maske trägt

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind sie unser stetiger Wegbegleiter: Mund-Nasen-Bedeckungen. Doch nicht nur wir Menschen müssen uns an das neue Accessoire im Gesicht gewöhnen, auch Hunde können verunsichert reagieren, wenn Herrchen oder Frauchen plötzlich eine Maske trägt. Ein paar Tipps helfen, das Tier an die Maske zu gewöhnen.

Foto: iStock - Manuel Tauber-Romieri

„Meine Erfahrungen zeigen, dass es Hunde und Katzen grundsätzlich nicht besonders interessiert, wenn eine ihnen vertraute Person eine Maske trägt“, erklärt Dr. Barbara Schöning, 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie (GTVMT) und Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz. Untersuchungen zeigen, dass Hunde kein Problem damit haben ihren Halter zu erkennen, wenn dessen untere Gesichtshälfte verdeckt ist. Wichtig ist lediglich, dass keine Angst oder Stress von der Vertrauensperson ausgeht. So rät die Tierärztin dazu, die Maske beim ersten Einsatz ruhig und in Anwesenheit des Hundes aufzusetzen, und diese dann in den Alltag zu integrieren. „Je gelassener man selbst mit dem Aufsetzen der Mund-Nasen-Bedeckung umgeht, umso entspannter ist auch der Vierbeiner“, so Schöning.

Deutlich sprechen

Nicht die Optik, sondern die gesprochenen Worte könnten den einen oder anderen Hund irritieren. Denn häufiges Problem von Stoffmasken: Unsere Stimme klingt gedämpft und ähnelt mehr einem Genuschel als einer klaren Aussprache. Hier haben nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere das Problem, ihr Gegenüber zu verstehen und Signale richtig zu deuten. Jetzt heißt es: klar und deutlich sprechen.

Veränderte Körperhaltung hat Einfluss auf die Reaktion des Hundes

Weniger die Rasse, sondern eher der Charakter des Hundes sowie das Verhalten des Halters sind ausschlaggebend dafür, ob und wie das Tier auf die Maske reagiert. „Ein eher unruhiger Hund könnte durch die neue Situation etwa nervöser reagieren als ein Vierbeiner, der schon entspannt ist und ein enges Verhältnis zu seinem Besitzer hat“, erklärt Schöning. Bei vielen Maskenträgern lässt sich außerdem eine veränderte Körperhaltung beobachten. Zum Beispiel bei Brillenträgern, die versuchen durch die Maske zu atmen, ohne dass die Brille beschlägt (da sind Hals und Kopf oft sehr steif). Oder beim Versuch, über die Maske zu schauen, wenn diese sehr weit oben auf dem Nasenrücken sitzt. Diese veränderten Haltungen oder Bewegungsmuster könnte laut der Tierärztin der ein- oder andere Hund als bedrohlich empfinden. Jedoch lässt sich diese Reaktion der Tiere nicht auf die Maske an sich zurückführen, sondern eher auf die äußeren Umstände, welche das Tragen auslöst.

Maske beschnuppern lassen

Sollte ein Hund doch mal gestresst reagieren, empfiehlt die Tierärztin, sich dem Vierbeiner langsam und ruhig zu nähern. „Etwa zwei Meter vor dem Tier kann der Halter die Maske dann so aufsetzen, dass der Hund sie sehen kann. Dabei sollte er mit normaler, ruhiger und freundlicher Stimme mit dem Tier sprechen“, erklärt Schöning. Manchen Hunden hilft es, wenn sie an der Maske schnuppern können. Die Vertrauensperson kann sie zum Beispiel vor dem Hund ablegen und ruhig zeigen, sodass der Vierbeiner sich der Maske nähern und sie beschnuppern kann, bevor sie wieder aufgesetzt wird. Zeigt das Tier entspanntes Verhalten, einfach den Hund zu sich rufen oder näher an ihn herangehen und mit dem Streicheln beginnen.    

Für bereits trainierte Hunde kann es laut der Expertin zudem hilfreich sein, einige gut gelernte Gehorsamsübungen wie ‚Sitz‘ oder ‚Platz‘ mit aufgesetzter Maske zu widerholen. Vertraute Situationen helfen dem Tier unter Umständen, sich schnell an das halb verdeckte Gesicht seines Sozialpartners zu gewöhnen. IVH

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