Acht Beine statt vier Pfoten: Spinnenhaltung für Einsteiger

Den meisten wird bei ihrem Anblick Angst und Bange, doch es gibt Menschen, die sie faszinierend finden: Spinnen. Für interessierte Einsteiger, die sich gern eine achtbeinige Schönheit anschaffen möchten, gibt es allerdings einige Besonderheiten zu beachten. Denn so eine Spinne kann bis zu 30 Jahre alt werden! Der Spinnenexperte Dr. Markus Monzel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), klärt auf.

(c): Sergey Pristyazhnyuk - Adobe Stock

Die richtige Spinne finden
„Die Einsteigerspinne schlechthin gibt es nicht“, so Dr. Monzel. „Allerdings sollte es sich grundsätzlich um eine Art handeln, die keine allzu hohen Ansprüche an ihre Lebensweise und Umgebung stellt.“ Viele Vogelspinnenarten sind deshalb für Anfänger gut geeignet, zum Beispiel die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne. „Auch ist es ratsam, sich zunächst auf die Haltung eines einzelnen Tieres zu beschränken“, so der Experte. „Spinnen sind im Allgemeinen Einzelgänger. Eine Haltung zu mehreren würde fast immer im Kannibalismus enden, bei Vogelspinnen darf man praktisch immer davon ausgehen“, erklärt Dr. Monzel.

Kletterkünstler und Tunnelbauer
Im Vorfeld bekannt sein sollte die richtige Unterbringung, also die passende Größe und Form des Terrariums. Bei der Auswahl des Spinnenheims sollten sich künftige Halter nach den Bedürfnissen der jeweiligen Spinnenart richten. „Bei Vogelspinnen gibt es kletterfreudige Baumbewohner, die in dichten, selbst gesponnenen Baumhöhlen leben, wie zum Beispiel Vertreter der Gattung Avicularia aus den neuweltlichen Tropen. Bei solchen Arten eignen sich vor allem Terrarien, die über entsprechende Strukturen verfügen und in die Höhe dimensioniert sind“, sagt Dr. Monzel. Bei Arten, die viel graben und in Wohnhöhlen im Boden leben, empfiehlt der Experte Terrarien mit tiefgründigem Bodengrund aus Sand-Torf-Gemisch bzw. Terrarienerde.

Kulinarische Vorlieben
Das richtige Futter für die achtbeinigen Mitbewohner findet man im Zoofachhandel. „In den meisten Fällen sind es Futterinsekten, wie etwa Grillen oder Heuschrecken. Hier gilt es, auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Futtertier und Größe der Spinne zu achten“, so Dr. Monzel.

Bezüglich der Fütterung sind Spinnen im Allgemeinen sehr genügsame Tiere. Bei Vogelspinnen, die am häufigsten in Privathaushalten gehaltene Spinnengruppe, ist eine Fütterung mit bis zu zwei Insekten einmal in der Woche ausreichend. Längere Abwesenheiten wie zum Beispiel in der Urlaubszeit sind daher ohne Probleme möglich. Allerdings sollte ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werden. Hierfür bietet der Zoofachhandel auch „feste Flüssigkeit“ (Gelee) an, von der die Tiere dann portionsweise „trinken“ können.

Professionelle Beratung und weitere Informationen vor dem Kauf, etwa zu Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Terrarium, bekommen interessierte Spinnenfreunde im Fachhandel und bei der Deutschen Arachnologischen Gesellschaft (https://www.dearge.de/). IVH

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