Chinchillas – Kleintiere für Kenner

Sie haben süße, kleine runde Knopfaugen, große Ohren und ein flauschiges Fell: Chinchillas. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nager sind wegen ihres niedlichen Aussehens und ihrer Spielfreude sehr beliebt. Doch die Haltung der putzigen Tiere ist nur etwas für Kenner. Esther Schmidt, Kleintierexpertin und Autorin zahlreicher Ratgeber, klärt auf.

(c) Geshas - Shutterstock.com

Sensible Nachtschwärmer
Wer sich für die Anschaffung von Chinchillas interessiert, sollte sich vorab genau über die Besonderheiten der Tiere informieren. So können die Nager bis zu 20 Jahre alt werden. Halter gehen also eine jahrzehntelange Verpflichtung ein, wenn sie sich für die Kleintiere entscheiden. Zudem brauchen die Tiere tags ihre Ruhe und werden pünktlich zum Feierabend aktiv.

„Chinchillas dürfen tagsüber weder aufgeweckt, noch aus ihrem Unterschlupf herausgeholt und gestreichelt werden“, sagt Schmidt. Doch sie sind gesellige und spielfreudige Tiere, die sehr interessant zu beobachten sind und manchmal auch recht zahm werden. Auch wenn die nachtaktiven Nager sehr kuschelig aussehen, werden sie nicht so gerne geknuddelt. „Die sensiblen Tiere sind sonst schnell gestresst und können langfristig krank werden.“ Daher sind sie eher weniger für Familien mit Kindern, sondern vielmehr für Berufstätige gut geeignet.

Zusammen ist man weniger allein
Als sehr soziale Tiere leben Chinchillas in freier Wildbahn in Gemeinschaften mit bis zu 100 Artgenossen. Deshalb sollten sie, wenn möglich, stets in größeren Gruppen gehalten werden. „Am natürlichsten ist eine Haremshaltung mit einem kastrierten Männchen und mehreren Weibchen“, erklärt die Expertin. Beim nachträglichen Zukauf weiterer Tiere sollte man beachten, dass es zu Rangstreitigkeiten kommen kann. Aber auch paarweise funktioniert das Zusammenleben unter den kleinen Nagern: Geschwistertiere oder zwei Weibchen verstehen sich in der Regel besonders gut. Auch zwei Männchen harmonieren miteinander – allerdings nur, wenn weit und breit kein Weibchen in Sicht ist.

Geräumiges Wohnen erwünscht
Bei der Auswahl des Geheges sollten Halter vor allem auf ausreichende Bewegungsfreiheit achten. „Damit sich die Chinchillas wohlfühlen, sollten Halter für zwei Tiere eine Grundfläche von rund fünf Quadratmetern einplanen und ein Modell mit mehreren Etagen wählen“, rät die Expertin. „Neben Heuraufe sowie Futter- und Wassernapf braucht jedes Tier ein eigenes Schlafhäuschen und kleine Verstecke. Außerdem sind Natursteine wichtig für den Krallenabrieb“, so Schmidt.

Damit die kleinen Nager gesund bleiben, brauchen sie zudem eine ausgewogene Ernährung. Dabei eignen sich Pellets aus Grünfutter und Kräutern als Alleinfutter. Alternativ ist auch eine Ernährung mit Frischfutter möglich. „Auf der Speisekarte der Tiere stehen dabei neben Heu und Wasser auch frische Gräser, Kräuter und Blüten, Gemüse und Obst sowie hochwertige Samenmischungen. Damit die Schneidezähne in Form gehalten werden, sollte man den Tieren zudem geeignetes Nagematerial zur Verfügung stellen, wie die Zweige von Birnbaum oder Haselnuss“, rät die Expertin. IVH

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