Keine Zeit zum Gassi gehen? Bei Dogwalkern, Tiersittern oder Tierpensionen finden Hundehalter Unterstützung

Im Idealfall kann sich der Tierhalter täglich selbst um seinen Hund kümmern, ihm ausreichend Bewegung und Zuwendung bieten. Doch wenn die Arbeit mehr wird oder eine Wochenendreise ansteht und der geliebte Vierbeiner zu Hause bleiben soll, können Dogwalker, Hundesitter oder Tierpensionen bei der Pflege des Tieres und Gassigängen unterstützen. 

Foto: iStock-Strelciuc Dumitru

Wer beruflich zu stark eingebunden ist, um regelmäßige, ausgiebige Gassi-Runden mit seinem Hund zu drehen, kann sich Unterstützung suchen. Dabei gibt es verschiedene Varianten, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Tierhalters zugeschnitten sind.

Dogwalker und Hundesitter unterstützen beim regelmäßigen Auslauf

In vielen Städten, aber auch in ländlichen Räumen, haben sich Dogwalker etabliert. Sie holen den Hund zu Hause ab, machen ausgedehnte Spaziergänge und bringen ihn anschließend zurück. Wem es lieber ist, dass sein Vierbeiner nicht nur ausgeführt, sondern ganztags oder auch mal ein Wochenende lang betreut wird, inklusive Fütterung und eventuellen Tierarztbesuchen, kann auf Hundesitter zurückgreifen oder seinen Hund in eine Pension geben. Hilfreich bei der Suche nach einem geeigneten Dogwalker oder Sitter können die Websites vom Berufsverband der Hundebetreuer und Dogwalker (BHD) oder dogument sein. Aber auch eine Stichwortsuche „Dogwalker“ kombiniert mit dem eigenen Wohnort kann erste Adressen liefern.

Fachliche Qualifikation ist wichtig

Die Begriffe Dogwalker und Hundesitter sind keine geschützten Berufsbezeichnungen und es gibt auch keine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Ausbildung hierfür. Dennoch lässt sich die fachliche Qualifikation eines Dogwalkers oder Hundesitters überprüfen, ob er etwa Fachkenntnis über das Verhalten, die Gesundheit oder die Ernährung von Hunden hat. Zum einen ist gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder, der beruflich als Tiersitter oder -trainer arbeiten möchte, nach $ 11 des deutschen Tierschutzgesetzes eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Tierbetreuung benötigt. Diese wird vom Veterinäramt ausgestellt. Der 2012 gegründete Berufsverband der Hundebetreuer und Dogwalker (BHD) hat darüber hinaus eine Zertifizierung für diese Berufsgruppe entwickelt, bildet aus und prüft. „Wenn ein Tierhalter die fachliche Qualifikation des Dogwalkers überprüfen will, sollte er aber nicht nur auf den Sachkunde-Nachweis schauen“, betont Lars Thiemann, Mitbegründer des BHD. „Wichtig ist weiterhin, ob er regelmäßig qualifizierte Fortbildungen absolviert.“ So bietet beispielsweise der BHD mindestens einmal pro Jahr eine Weiterbildung zum Thema Hund oder Mehrhundeführung an.

Emotionale Komponente spielt die entscheidende Rolle

Damit der Tierhalter sicher sein kann, dass seine geliebte Fellnase in guten Händen ist, wenn er selbst keine Zeit hat, ist zusätzlich sein Gefühl gefragt. „Als Tierhalter will ich vor allem wissen, ob sich der Dogwalker oder Hundesitter in meinen Hund einfühlen kann. Ein guter Dogwalker oder Hundesitter zeichnet sich dadurch aus, dass er Interesse für den einzelnen Hund hat, dass er sich nach Charakter, Gewohnheiten, Krankheiten und den Fütterungszeiten erkundigt“, erklärt der zertifizierte Hunde- und Verhaltenstrainer. „Und natürlich muss geklärt sein, wie der Tierhalter zu erreichen ist, falls ein Notfall eintritt.“

Ganz entscheidend dafür, ob Hund und Hundesitter am Ende harmonieren, ist die persönliche Begegnung. „Ich empfehle jedem Tierhalter ein persönliches Treffen, bevor er die Entscheidung trifft, dem Dogwalker seinen Hund anzuvertrauen“, rät der Experte. So kann der Tierhalter sehen, wie der Dogwalker mit dem Hund umgeht, wie er ihn anspricht, ob der Hund Vertrauen zu der neuen Person aufbaut oder nicht. „Auch ein einmaliges Mitgehen bei einer Hunderunde ist hilfreich für die Entscheidung“, berichtet der Fachmann.

Damit sich der Hund schnell in die neue „Gassi-Gruppe“ einlebt, sollte außerdem eine Regelmäßigkeit vereinbart werden. „Hunde sind Rudeltiere und es gibt ihnen Sicherheit, sich in einer homogenen Gruppe aufzuhalten“, erklärt Thiemann. „Aus meiner Sicht spricht es für die Qualität eines Dogwalkers, wenn er dem Tierhalter empfiehlt, den Hund mindestens zweimal pro Woche und stets in derselben Hundegruppe auszuführen.“ IVH

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