Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster allein lassen: Worauf muss man achten?

Während Hunde oder Katzen ihre Halter in den Urlaub begleiten oder eine intensive Betreuung während der Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen benötigen, sind kleinere Heimtiere meist weniger anspruchsvoll. Doch auch die Betreuung von Meerschweinchen oder Hamstern sollte bei längerer Abwesenheit sorgfältig geplant werden.  

Bei einem bevorstehenden Urlaub oder einem langen Arbeitstag stellt sich auch bei Haltern von Kleintieren die Frage: Wer versorgt die Tiere während meiner Abwesenheit? Die gute Nachricht: Bei entsprechender Planung können Meerschweinchen und Kaninchen auch mal einen kompletten Tag alleine gelassen werden, Hamster sogar zwei Tage. Ist der Halter über einen längeren Zeitraum nicht zu Hause, sollten dann Tiersitter bei der Betreuung der geliebten Vierbeiner einspringen.  

Kleintiere zu Hause lassen

„Grundsätzlich gilt: Kleintiere fühlen sich zu Hause am wohlsten. Auch wenn sie ihr Gehege als sicheren Rückzugsort haben, stressen sie längere Fahrten mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Befindet sich der Urlaubsort nicht in der Nähe, tut man den Tieren daher einen großen Gefallen, wenn sie in ihrem gewohnten Gehege zu Hause bleiben. Ein liebevoller Tiersitter, etwa ein Nachbar oder ein Freund, sollte dann täglich vorbeikommen, die Vierbeiner füttern und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist“, berichtet die Fachbuchautorin und Nagerexpertin Christine Wilde. Portale wie leben-mit-heimtier.de bieten darüber hinaus Unterstützung bei der Suche nach einem Tierbetreuer in der Umgebung.

Anders als Hunde oder Katzen, die sehr an ihrem Halter hängen, können Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster unter Aufsicht eines Sitters auch längere Zeit sich selbst überlassen werden. Voraussetzung ist: Die Tiere haben einen tiergerechten Lebensraum, also Gehege, die groß genug für die Tierart und abwechslungsreich eingerichtet sind. Kaninchen leben in der freien Natur in Familienbanden und brauchen den Kontakt zu Artgenossen. Sie sollten daher mit mindestens einem Partnertier gehalten werden. Meerschweinchen fühlen sich in einer Gruppe ab vier Tieren am wohlsten. Eine Ausnahme bildet der Hamster: Dieser ist auch allein glücklich. „Ist das gegeben, beschäftigen die Tiere sich miteinander oder gehen auch ohne Menschen ihren täglichen Aktivitäten nach“, erklärt die Expertin.

Bei Abwesenheit über den Tag: Genug Futter bereitstellen

„Weiß ich, dass ich den Tag über unterwegs sein und keine Zeit haben werde, die Tiere zu versorgen, sollte ich bereits am Morgen ausreichend Futter im Gehege bereitstellen“, so Wilde. „Möglichst Knollengemüse und Futterarten, die nicht sofort verzehrt werden, sowie Heu und Wasser. Damit kann jede der drei Tierarten im Ausnahmefall 24 Stunden allein bleiben, Hamster sogar bis zu 48 Stunden.“

Sind die Tierhalter längere Zeit abwesend, muss ein Tiersitter den kleinen Fellnasen mindestens einmal am Tag frisches Futter bringen, kontrollieren, ob sie fressen und sich bewegen sowie verschmutze Stellen im Gehege reinigen. „Da Kaninchen und Meerschweinchen eigentlich mindestens zwei Frischfuttermahlzeiten am Tag brauchen, wäre es natürlich noch besser, wenn der Sitter die Tiere am Morgen und am Abend füttern würde“, erklärt die Fachbuchautorin. Und natürlich freuen sich auch Kleintiere über ein wenig Beschäftigung. Denn selbst wenn Meeri und Co. oftmals nicht den Eindruck machen, dass sie während der Abwesenheit des Halters stark leiden, so gibt es auch anhängliche Nager, die ihre Bezugsperson vermissen und sich freuen, wenn er wieder da ist. IVH 

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