Wellensittiche: Zahm auch im Schwarm

Wellensittiche sind freundliche, stets gut gelaunte Vögel und es kann viel Spaß machen, die Tiere einfach nur zu beobachten. Viele Menschen haben auch eine enge Beziehung zu ihren Wellensittichen. Mit viel Geduld und kleinen Belohnungen, wie z.B. Hirse, können sich Menschen als enge Bezugsperson etablieren. Einzelhaltung sollte für die gefiederten Mitbewohner vermieden werden. Wellensittiche sind Schwarmvögel und leben in der Natur in Gemeinschaftsverbünden. Sie fühlen sich in Gesellschaft ihrer Artgenossen am wohlsten – und benötigen dann auch nicht zwangsläufig einen Menschen als Bezugsperson.

Aber was ist, wenn man als Halter trotz Schwarmgesellschaft zu einzelnen Tieren eine etwas engere Beziehung aufbauen möchte? Hier bietet sich das sogenannte Clickertraining an.

„Wichtig ist dabei, dass Halter beim Training ruhig und entspannt bleiben und einen leisen Clicker verwenden“, sagt Hildegard Niemann, Diplom-Biologin und Expertin für Papageienverhalten. „Ein Clicker für Hunde ist nicht geeignet.“ Die einzelnen Trainingseinheiten sollten auf den Tag verteilt werden und jeweils nicht länger als zwei bis maximal fünf Minuten dauern. Stets aufhören, solange der Vogel noch Spaß am Training hat und bevor er ermüdet! Dann kann man den Vögeln beibringen auf die Hand zu kommen oder nach einem Freiflug nach Bedarf in die Voliere zurückzukehren.

Für einen Kleinschwarm von sechs Exemplaren empfiehlt die Expertin eine Volierengröße ab 150 x 180 x 80 cm mit regelmäßigen Freiflugmöglichkeiten. Dabei ist es günstig, wenn mehr Männchen als Weibchen den Schwarm bilden, denn Männchen sind untereinander gut verträglich. Wer keinen Nachwuchs möchte, sollte darauf achten, dass den Tieren keine dunklen Ecken zum Brüten zur Verfügung stehen. „Ohne Brutmöglichkeiten – Wellensittiche sind Höhlenbrüter – legen die Weibchen selten Eier. Oder man hält sich ausschließlich Männchen“, sagt Niemann.

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