Ab in den Urlaub – worauf Vogelhalter bei der Betreuung achten sollten

Für viele ist die Urlaubszeit die schönste Zeit des Jahres: eine Pause vom Alltag, ein Tapetenwechsel, eine Reise in ein fremdes Land. Doch wohin mit den gefiederten Freunden? Damit die Ziervögel die kleine Auszeit genauso genießen können wie ihre Halter, helfen diese Tipps zur Urlaubsbetreuung.

„Bei der Wahl der Urlaubsbetreuung sollte das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen, und dazu gehört unter anderem, unnötigen Stress zu vermeiden“, sagt die Ziervogel-Expertin und Fachautorin Gaby Schulemann-Maier. „Und da fremde Umgebungen und auch der Transport an einen anderen Ort bei vielen Vögeln Unruhe auslösen, sollte man unbedingt versuchen, einen Tiersitter für die eigenen vier Wände zu finden.“ Manchmal findet sich aber trotz aller Bemühungen kein Pfleger und man steht vor der Entscheidung, seine gefiederten Lieblinge mit in den Urlaub zu nehmen. Bei nicht allzu langen Autofahrten oder kurzen Zugfahrten kann dies funktionieren. Längere Busfahrten, Schiffs- oder Flugreisen sollte man Ziervögeln dagegen nicht zumuten. Soll es ins Ausland gehen, gilt es umfangreiche Vorschriften zu beachten, die man bei den entsprechenden Konsulaten erfragen kann.

Auf die Erfahrung kommt es an

„Am besten ist es natürlich, auf eine Urlaubsbetreuung zu setzen, die sich in der Vogelhaltung und -pflege auskennt“, sagt die Expertin. „Dann kann man sicher sein, dass der Tiersitter erkennt, ob der Vogel gesund ist oder sich in seinem Verhalten verändert und möglicherweise zum Tierarzt muss.“ Ein weiterer Vorteil: Wer selbst Vögel hält, weiß, dass deren Pflege und Betreuung Zeit kostet: Zweimal täglich sollten Futter und Wasser nachgefüllt werden, die Voliere muss einmal täglich gereinigt und zudem ausreichend Zeit für einen Freiflug der gefiederten Freunde eingeplant werden.

Wenn sich im Bekanntenkreis niemand findet für diese Aufgabe, kann auch ein professioneller Tiersitter engagiert werden. Häufig können die ortsansässigen Tierheime Kontakte vermitteln, aber auch in Vogelforen, durch Nachfragen bei Vogelvereinen oder über Anzeigen in Vogelzeitschriften kann man fündig werden. „Wie fachkundig und qualifiziert der Tiersitter ist, muss man als Vogelhalter dann allerdings selbst herausfinden“, sagt Schulemann-Maier. „Denn ein Zertifikat oder eine Art ‚Vogel-Führerschein‘ gibt es leider nicht.“

Auf Nummer sicher: Steckbrief erstellen

Damit der Tiersitter bestmöglich eingewiesen wird, empfiehlt Gaby Schulemann-Maier, vor Urlaubsantritt mindestens ein längeres Treffen zu vereinbaren und einen ausführlichen Steckbrief zu erstellen. „Alter, Eigenschaften, Futter- und Fluggewohnheiten sollte man genauso notieren wie Vorerkrankungen, den Impfstatus des Vogels und natürlich die Kontaktdaten des betreuenden Tierarztes“, so die Fachfrau. „Der Tiersitter sollte sich täglich eine Viertelstunde Zeit nehmen, um die gefiederten Freunde genau zu beobachten – denn wenn ein Vogel krank ist, versucht er dies zu verstecken.“ Da hilft nur genaues Hinschauen: Plustert sich das Tier mehr auf als üblich, ist es ruhiger als am Vortag, frisst es weniger, hat sich der Kot verändert? „Wenn sich der Vogel anfassen lässt, sollte man seine Füße berühren. Sind diese sehr kalt, kann das ein Anzeichen einer Erkrankung sein. Dann sollte man den Tierarzt zu Rate ziehen“, rät Schulemann-Maier.

Urlaub in der Tierpension

Neben der heimischen Betreuung hat man auch die Möglichkeit, seine Vögel bei einem Tiersitter oder in einer professionellen Tierpension unterzubringen. „Man sollte sich die Umgebung des Tiersitters bzw. die Tierpension im Vorfeld anschauen. Ganz wichtig ist, dass der tägliche Freiflug gewährleistet ist und dass nicht nur der eigene Vogel, sondern alle bei dem Pfleger oder in der Pension untergebrachten Tiere über einen Gesundheitsnachweis vom Tierarzt verfügen. „Seriöse Tiersitter und -pensionen verlangen einen tierärztlichen Nachweis darüber, dass der gefiederte Pensionsgast gesund ist. So kann verhindert werden, dass sich Krankheitserreger verbreiten. Wenn dies nicht gefordert wird, sollten Tierhalter davon Abstand nehmen“, so die Expertin abschließend. IVH

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