Eilig durchs Eis – Hundepfoten brauchen im Winter besondere Pflege

Toben, Laufen, Buddeln – wenn der erste Schnee fällt, ist vielen Hunden die pure Lebensfreude anzusehen. Die Fellnasen rennen durch das kühle Weiß, ihre Pfoten hinterlassen Spuren im teils unberührten Schnee. Damit diese aber Kälte, Schnee, Streugut und -salz gut verkraften, sollten Hundehalter den Pfoten ihrer Vierbeiner im Winter intensive Pflege zukommen lassen.

Hundepfoten sind Tag für Tag den unterschiedlichsten Bodenbelägen ausgesetzt – und das völlig ungeschützt. Im Grunde sei das aber kein Problem, sagt die Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin Dr. Heidi Bernauer-Münz. „Hundepfoten sind sehr robust konstruiert und kommen mit verschiedenen Untergründen gut zurecht. Denn die Pfotenballen zeichnen sich – je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt – durch eine besonders dicke und raue Hautschicht aus.“

Winterspaziergänge: kurz statt lang

Trotz ihrer Robustheit gibt es aber Faktoren, die den Pfoten besonders im Winter zusetzen. So müssen sie etwa große Temperaturunterschiede aushalten. Gerade noch waren es kuschelige 20 Grad in der Wohnung, dann geht es hinaus auf Untergründe, die teils bis zu minus 10 Grad kalt sind. „Bei eisigen Temperaturen sollte man lieber mehrere kurze als wenige lange Spaziergänge einplanen“, rät Bernauer-Münz. Ob die Kälte den Pfoten zusetzt oder nicht, ist gut am Verhalten der Tiere erkennbar: Läuft der Hund unbeschwert durch den Wald oder auf Wegen, stört ihn die Kälte nicht. Bleibt er aber häufig stehen, hebt sogar seine Beine kurz an oder dreht gar um, zeigt er damit deutlich, dass ihm die Kälte zusetzt oder er sogar Schmerzen hat.

Gefahrenquelle Splitt und Salz

Sofern möglich, sollte man im Winter gestreute Wege meiden. „Das Salz trocknet die Hornhaut aus und kann dazu beitragen, dass sich schneller kleine Hautrisse bilden, durch die dann Dreck und damit Keime in die Haut eindringen können“, sagt die Expertin. Streusplitt-Partikel sind häufig scharfkantig, können Verletzungen verursachen und im Zwischenzehenbereich hängenbleiben. „Wer die Möglichkeit hat, sollte gestreute Wege meiden und den Hund erst dort toben lassen, wo weder Salz noch Splitt gestreut sind“, empfiehlt Bernauer-Münz. Die Tierärztin betont, dass nicht nur die Pfoten, sondern besonders auch die Haut zwischen den Zehen unter der Salz-Splitt-Mischung leiden könnten: „Diese Hautschicht ist sehr empfindlich und dünn."

Nach dem Spaziergang: Hundepfoten nicht nur abreiben sondern gründlich waschen

Der beste Schutz für Hundepfoten im Winter ist eine gründliche Reinigung nach jedem Spaziergang. Aber Achtung: „Ein einfaches Abreiben der Pfoten mit einem Frotteehandtuch reicht keinesfalls aus“, warnt Bernauer-Münz. „Damit reibt man das Salz und mögliche Dreck-Partikel nur weiter in die Haut.“ Wirkungsvoll sei dagegen, die Pfoten mit reichlich lauwarmem Wasser gründlich abzuspülen, denn nur so lässt sich das Salz aus dem Fell, dem Zwischenzehenbereich und den dicken Pfotenballen wirklich entfernen. Je nach Hunderasse kann es sinnvoll sein, das Fell an den Pfotenballen kurz zu halten, damit sich auch darin möglichst wenig Dreck verfängt. Das sollte laut der Expertin aber ein professioneller Hundefriseur tun.

Fett hilft, die Pfoten geschmeidig zu halten

Genauso wichtig, wie das gründliche Abspülen, ist das Abtrocknen von Pfoten und Beinfell. „Auch Hunde können sich erkälten“, erklärt Bernauer-Münz. Und die Wohnung dankt es einem auch, wenn die geliebte Fellnase trockenen Fußes über Teppiche, Parkett oder Fliesen läuft.

Damit die Pfotenballen geschmeidig bleiben, rät die Tierärztin dazu, sie im Winter regelmäßig mit Vaseline, Melkfett oder einer speziellen Pfotensalbe zu massieren: „So bleibt die dicke Hautschicht geschmeidig und man kann kleinen Rissen nachhaltig vorbeugen. Durch die regelmäßige Kontrolle werden kleinere Verletzungen und Hautrötungen sofort entdeckt, ebenso unangenehme Steinchen im Zwischenzehenbereich.“ IVH

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