Wenn das Wollknäuel in Vergessenheit gerät: So unterstützen Katzenhalter ihr Tier bei Demenz

Hat der Kater mich gerade etwa nicht erkannt? Die Mieze hatte doch sonst keine Probleme mit der Stubenreinheit. Warum hat unsere Katze plötzlich panische Angst vor dem Staubsauger? So oder so ähnlich schießt es so manchem Katzenhalter durch den Kopf, wenn das geliebte Tier dement wird. Tierärztin und Katzenexpertin Dr. Barbara Schöning gibt Katzenhaltern praktische Tipps, um das Köpfchen des Katzen-Seniors auf Trab zu halten.

Gehirnjogging ist das A&O

„Katzenhalter sollten so früh wie möglich damit beginnen, das Gedächtnis ihres Tieres zu trainieren, um Demenz am Entstehen zu hindern oder den Verlauf zu verlangsamen“, rät Schöning. Dafür eignen sich verschiedene Spiele: zum Beispiel Futtersuchspiele, Suchspiele mit Spielzeug oder auch Spaß- und Sportübungen wie durch Reifen laufen oder auf Kommando auf und ab hüpfen. „Optimal ist es dabei, wenn die Katze über den Tag verteilt jeweils häufig kurze Aktivitäts- und längere Ruhephasen hat", so die Expertin.

Wenn das Gedächtnis nachlässt, gibt die Vorhersehbarkeit von Ereignissen alternden Samtpfoten Sicherheit. „Die Senioren unter den Katzen werden optimal unterstützt, wenn ihre Halter nach Möglichkeit eine genaue Tagesroutine haben und diese auch weiterhin einhalten“, empfiehlt Schöning. Außerdem hilft es den Tieren, wenn sie im Haushalt ihre gewohnten Orientierungspunkte haben. „Deshalb würde ich Haltern von älteren Katzen raten, möglichst wenig an der Raumaufteilung und den Möbeln zu verändern.“

Grundsätzlich gilt: „Demenz hat viele Gesichter und Symptome, bestätigen kann einen Verdacht nur der Tierarzt. Grob lässt sich sagen, dass die Anzeichen für Demenz über alle Speziesgrenzen hinweg ähnlich sind. Man kann also durchaus Symptome von Menschen und Katzen vergleichen“, so Schöning. Sobald Katzenhaltern Verhaltensänderungen bei ihrem Tier auffallen, ist es an der Zeit, den Tierarzt des Vertrauens aufzusuchen. IVH

Screen
Small
Medium
Large
XLarge