Anschaffung, Haltung und Pflege
Anschaffung
Vor der Anschaffung eines Hundes, sollten sich Hundeliebhaber bereits Gedanken zu Rahmenbedingungen wie Wohnsituation, verfügbares Zeitbudget, Auslaufmöglichkeiten, Urlaubsplanung und zu den finanziellen Gegebenheiten machen. Außerdem sollten sie sich selbst ehrlich hinsichtlich ihres Aktivitätslevels und ihrer pädagogischen Fähigkeiten beurteilen. Lebensgewohnheiten und das Aktivitätenlevel von Hund und Halter müssen übereinstimmen. Beispielsweise könnte ein temperamentvoller Hund, der zudem viel Auslauf benötigt, einen Halter, der es lieber ruhig mag und nicht sehr aktiv ist, sehr schnell überfordern. Dies macht Hund und Halter auf Dauer nicht glücklich und kann die Tier-Mensch-Beziehung negativ beeinflussen. Bei fast 400 Rassen ist jedoch für jeden Menschen ein perfektes Match dabei. Die vielen verschiedenen Hunderassen sind ursprünglich wegen bestimmter Verhaltens- und Leistungsmerkmale herausgezüchtet worden und nicht etwa wegen ihrer Optik. Gerade diese Charaktereigenschaftenentscheiden darüber, ob die Mensch-Hund-Beziehung gelingen kann. Informieren Sie sich daher intensiv im Vorfeld, ob Ihre "Traumrasse" überhaupt zu ihrem Leben passt. Experten, wie z.B. Tierärzte, Tierheime oder Rassezuchtvereine, geben gerne Auskunft über rassespezifische Eigenschaften sowie geschlechts- und altersbedingte Besonderheiten von Hunden. Bei Mischlingshunden macht es Sinn, sich über die genetisch zugrundeliegenden dominieren Rassen zu informieren. Denn beim Hundekauf führen rationale Überlegungen vor der Anschaffung viel zuverlässiger zu einem idealen „Match“ als die sprichwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“.
Ein gesundes Tier an seiner Seite zu haben ist Ziel eines jeden Hundehalters. Daher sollte man sich auch hierzu vorab Gedanken machen. Einige Rassen neigen inzwischen zu bestimmten Erkrankungen (Qualzuchten), aber auch Hunde aus unseriösen Bezugsquellen (Illegaler Welpenhandel / Kofferraumverkäufe / unseriöser „Tierschutz“) sind häufig aufgrund suboptimaler Haltungs- und Zuchtbedingungen krankheitsanfälliger.
Tipp: Objektive Einschätzungen über die Krankheitsanfälligkeit einer ins Auge gefassten Hunderasse erhält man über die Anbieter von Hunde-Krankenversicherungen. Je nach durchschnittlichem Gesundheitsstatus legen diese nämlich die Versicherungsprämien pro Hunderasse fest - oder versichern bestimmte Rassen überhaupt nicht. Spielen Sie dies ruhig einmal für unterschiedliche Rassehunde und Mischlinge auf einem Vergleichsportal durch!
Außerdem sollten besonders günstige Angebote von Rassehunden aus dem Internet kritisch hinterfragt werden. Denn häufig wird der Hund aufgrund sich summierender Tierarztkosten am Ende teurer als der Hund, der aus einem eingetragenen Rassehundeverein stammt.
Wenn ein Welpe oder Junghund (egal, ob Rassehund oder Mischling) in die engere Wahl fällt, sollte dieser bereits während der Aufzucht artgerecht sozialisiert und gefördert worden sein, um die Grundlagen im Umgang mit Menschen und Hunden zu erlernen. Gemäß der Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Welpen frühestens mit acht Wochen von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt werden. Daher sollte man unbedingt von einem Kauf Abstand nehmen, wenn der Welpe nicht vorher in seiner gewohnten Umgebung mit Mutterhündin und Wurfgeschwistern besucht werden kann oder aber ein früherer Abgabetermin angeboten wird.
Bei Abgabe mit Vollendung der achten Lebenswoche sollte ein Welpe zudem seine erste Impfung erhalten haben und mehrfach entwurmt worden sein. Der Heimtierausweis, der in Deutschland und zukünftig in der gesamten EU verpflichtend ist und immer mit dem Tier ausgehändigt werden muss, sollte dahingehend intensiv geprüft werden.
Rassehunde-Welpen kauft man am besten bei einer kontrollierten Zuchtstätte, die die größtmögliche Sicherheit bietet, dass man einen rassetypischen, gesunden und verhaltenssicheren Hund bekommt. Der Züchter sollte Mitglied eines Rassezuchtvereins sein, der dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen ist. Wenn es nicht unbedingt ein Welpe sein soll, kann man im örtlichen Tierheim oft einen passenden Begleiter - egal ob Mischling oder Rassehund - finden.
Hunde aus dem Auslandstierschutz können ebenfalls tolle Begleiter werden, allerdings ist hier bei der Anschaffung besondere Vorsicht geboten. Machen Sie nicht den Fehler, einen solchen Hund nur vom Bild herauszusuchen und sich direkt aus dem Herkunftsland "liefern" zu lassen. Zu groß ist das Risiko, einen Hund mit unpassenden Eigenschaften oder unentdeckten Krankheiten zu erhalten. Seriöse Tierschutzvereine bringen Hunde aus dem Tierschutz zunächst auf deutschen Pflegestellen unter, wo sich die Interessenten vor der Adoption ein viel umfassenderes Bild des jeweiligen Kandidaten machen können.
Um sich bestmöglich auf das neue Familienmitglied vorzubereiten, können Hundehalter vorab eine theoretische Sachkundeprüfung bzw. einen Sachkundenachweis ablegen. Zweck dieser Sachkundeprüfung ist es, festzustellen, ob der Mensch in der Lage ist, artgerecht mit Hunden umzugehen. Bei bestimmten Rassen ist dies sogar verpflichtend. Hierfür haben einige Länder ein Landeshundegesetz veröffentlicht. In Niedersachsen und Bremen sind Hundehalter/innen, die sich nach dem 1. Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben und laut Gesetz nicht anderweitig als sachkundig gelten, dazu verpflichtet, den Nachweis der Sachkunde über eine theoretische und praktische Prüfung (Hundeführerscheinprüfung) zu erbringen. Für Deutschland wird derzeit ein allgemeiner Sachkundenachweis für alle Halter – verbunden mit einer Abkehr der Rasseliste – politisch diskutiert.
Ob beim Rassehundezüchter, im Tierheim oder über Bekannte: Wer sich einen Hund zulegt, sollte zur Sicherheit den gesundheitlichen Zustand des Vierbeiners überprüfen.
Hier eine kurze Checkliste:
- Klare, glänzende Augen ohne Ausfluss und Verklebungen
- Die Nase sollte keinen Ausfluss und Verkrustungen haben
- Fell nicht struppig, stumpf oder verfilzt, sondern dicht und glänzend und frei von Parasiten
- Hunde, insbesondere Welpen, dürfen nicht zu mager, aber auch nicht zu dick sein
- Der Bauch darf nicht aufgebläht sein, Beckenknochen dürfen nicht hervorstehen
- Die Ohren sollten sauber, ohne wässrige Absonderungen sein und keinen strengen Geruch verströmen
- Die Zähne sollten frei von Zahnbelägen/Zahnstein und in gutem Zustand sein; das Zahnfleisch und die Zunge sollten rosa sein
- Der Afterbereich sollte sauber und nicht verklebt sein
- Ein gesunder Hund ist neugierig, kontaktfreudig und beschnuppert einen; er sollte nicht teilnahmslos in einer Ecke sitzen; Welpen spielen und balgen mit ihren Geschwistern
- Welpen sollten spätestens bei der Übernahme über einen EU-Heimtierausweis verfügen[Ga2] , erwachsene Hunde ebenso. Dieser dient außerdem als Nachweis vorangegangener Impfungen und ggf. Entwurmungen. Bei Hunden aus dem Auslandstierschutz lassen Sie sich zusätzlich die Testergebnisse auf Mittelmeererkrankungen vorlegen!
Haltung
Meint man, „seinen Hund" gefunden zu haben, sollte man ihn keinesfalls sofort mit nach Hause nehmen. Bei Welpen ist es vor der finalen Übernahme nach der 8. Lebenswoche sinnvoll, sich vorab durch Besuche beim Züchter mit dem Wesen des Hundes vertraut zu machen. Bei erwachsenen Hunden empfiehlt sich, erst einmal beim Spaziergang und Spielen zu versuchen, Wesen und Verhalten des Hundes kennenzulernen. Potenzielle Hundehalter sollten so viel wie möglich nach den Vorlieben und Gewohnheiten des ausgewählten Hundes fragen: Hat er schon einen Namen? Verträgt er sich mit anderen Hunden und mit Kindern? Ist der Vorbesitzer bekannt? Warum wurde er abgegeben? Hat er schon aufwendige tierärztliche Behandlungen gehabt?
Bei der Heimfahrt in das neue „Revier“ ist es sinnvoll, eine weitere Person mitzunehmen, die den Hund beaufsichtigt und beruhigt. In den ersten Tagen reicht es, wenn die künftigen Bezugspersonen zugegen sind - die erweiterte Familie und Nachbarschaft kann der frisch eingezogene Vierbeiner auch später kennenlernen. Wie man die Eingewöhnung des neuen Familienmitgliedes am besten gestaltet, ist individuell sehr unterschiedlich. Diesbezüglich können die Vorbesitzer oder Züchter oft gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Dennoch sollte man sich von Anfang an darüber im Klaren sein, was dem Hund dauerhaft erlaubt sein soll und welche Tabus Sie etablieren möchten. Damit definieren Sie Regeln, die es dem Hund erleichtert, sich in Ihrer Familie zurechtzufinden.
Ein fester Tagesablauf hilft dem Hund, Vertrauen zu „seinen“ neuen Menschen zu fassen. Dazu gehören zum Beispiel das Gassi-Gehen und das Füttern zu möglichst gleichen Tageszeiten. Beim Spaziergang sollte der Hund zunächst nur an der Leine geführt werden. Dabei lässt man ihm viel Zeit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen wird er sich allmählich heimisch und sicher fühlen. Bei Welpen muss die Leinenführigkeit langsam antrainiert werden. Zu Beginn ist es sinnvoll, ihn anzuleinen und einfach nur die Gegend erkunden zu lassen. Aktive Spaziergänge an der Leine sollten langsam gesteigert werden. Grund hierfür ist, dass die Gelenke bei Welpen noch weich sind und überlastet werden können. Hier kann man sich gut an der 5-Minuten-Regel orientieren: Je Lebensmonat des Welpen 5 Minuten spazieren gehen. Wenn man den Welpen nach 8 Wochen zu sich holt, sollte man demnach nur 10 Minuten am Stück mit ihm aktiv Gassi gehen. Nach 6 Monaten sollte man maximal 30 Minuten am Stück mit ihm laufen. Der Freilauf auf einer Wiese oder im Garten zählt nicht dazu, da der Welpe hier selbst entscheidet, wie aktiv er sich bewegt.
Damit sich die Vierbeiner nicht langweilen und bei uns Menschen glücklich sind, empfehlen Hundeexperten, dass man sich täglich etwa drei Stunden Zeit für sie nimmt. Dabei heißt „sich mit einem Hund beschäftigen“ nicht nur, ihn zu füttern und zu pflegen, sondern auch mit ihm spazieren zu gehen, mit ihm zu spielen, mit ihm zu sprechen, ihn zu trainieren und zu streicheln.
Hierbei ist eine gute Mischung aus körperlicher (Gassi gehen, Toben) und geistiger Tätigkeit (Suchspiele, Training, Hundesport) für den Hund ratsam.
Das Wichtigste jedoch ist der tägliche Spaziergang. Hunde brauchen Auslauf und das drei- bis viermal täglich. Für viele Hunde in unserer Gesellschaft ist der Spaziergang oft die einzige Möglichkeit, mit ihrer Umwelt, mit Artgenossen und anderen Lebewesen in Kontakt zu treten. Deswegen sollte man mindestens einmal am Tag Zeit für eine "große Runde" einplanen, auf der der Vierbeiner nicht nur genügend Zeit zum Schnüffeln erhält, sondern auch ordentlich bewegt wird, mit ihm gespielt wird, und wo er ggf. auch Artgenossen treffen kann. Ebenso wichtig ist es, dem Hund möglichst täglich Freilauf ohne Leine zu ermöglichen. Der Zeitaufwand für den Auslauf hängt aber auch von Größe und Temperament des Hundes ab: Einige Hunderassen haben ein starkes Bewegungsbedürfnis, das mehrere Stunden täglich erfordert. Anderen reichen regelmäßige kleinere Gassi-Touren. In jedem Fall sollte ein Hundebesitzer genauso gerne spazieren gehen wie sein Vierbeiner, und das auch bei Regen, Schnee und Wind.
Viele unserer heutigen "Familienhunde"-Vorfahren, wurden aufgrund ihrer Arbeitsleistung gezüchtet. Diese Hunde sollten nach wie vor eine passende (Ersatz-)Aufgabe haben, um artgerecht ausgelastet zu sein.
Wichtig: Es sollte selbstverständlich sein, das große Geschäft des Hundes immer aufzusammeln. Einerseits um anderen Spaziergängern und Hunden den Tritt in den Hundehaufen zu ersparen, aber auch um die Verbreitung möglicher Parasiten zu vermeiden. Eine häufiger und ansteckender Parasit bei Welpen und Junghunden sind beispielsweise Giardien, die zu massiven Durchfällen führen.
Auch von Wiesen, die für die Heuernte gemäht werden, sollte der Kot immer aufgesammelt werden, da das mit Kot kontaminierte Heu für Pferde und Wiederkäuer (Rinder, Schafe) sehr gefährlich werden kann.
Wir empfehlen daher, immer Kotbeutel aus dem Handel bei sich zu haben, um jede Hinterlassenschaft aufsammeln zu können. Auch viele Gemeinden bieten kostenlos Kotbeutelspender an, bei denen man sich einen Kotbeutel entnehmen kann.
Kinderspielplätze oder gar Sandkästen sind für Vierbeiner grundsätzlich tabu.
Tipp: Wenn man sich mit dem Hund beschäftigt, ist es wichtig, dass man dabei mit seiner Aufmerksamkeit gänzlich bei dem Hund ist und sich nicht nebenbei mit anderen Dingen beschäftigt - denn das merkt der Hund. Dies kann sich negativ auf die Tier-Mensch-Beziehung auswirken, wenn dies ständig passiert. Das ist mit ein Grund, warum viele Hund einen Lieblingsmenschen im Haus haben - sie spüren ob jemand voll und ganz bei ihnen ist oder sich nur aus Pflichtgefühl mit ihm beschäftigt.
Wenngleich Hunde Rudeltiere sind, die am liebsten ihre Familie um sich haben, können diese durchaus an das stundeweise Alleinbleiben gewöhnt werden. Kleinschrittig aufgebaut, können gesunde, erwachsene Hunde durchaus regelmäßig bis zu fünf Stunden alleine bleiben.
Aber auch, wenn eigentlich immer jemand Zuhause ist, sollten Sie Ihren Hund frühzeitig an das Alleinbleiben gewöhnen, da es immer Situationen geben wird, an dem Sie den Vierbeiner nicht mitnehmen können oder wollen.
Hier einige Tipps, damit dem Hund das Alleinsein nicht so schwerfällt: Ein von Herrchen oder Frauchen getragenes Kleidungsstück ins Körbchen legen. Der vertraute Duft erleichtert das Warten. Radio oder Fernseher bei Zimmerlautstärke laufen lassen. Kauartikel oder -spielzeuge beschäftigen den Hund und helfen ihm Stress abzubauen.
Wichtig: Die gewohnten Fütterungs- und Auslaufzeiten sollten wenn möglich trotzdem beibehalten werden. Wenn der Besitzer dem Hund die Gelegenheit ermöglicht, sich vor dem Alleinsein auszutoben und dementsprechend müde wird, fällt ihm das Warten leichter. Sowohl beim Weggehen sollten große Abschiedsszenen als auch beim Zurückkommen allzu stürmische Begrüßungen vermieden werden. Stattdessen den Hund beim Nachhausekommen zuerst ignorieren oder neutral bleiben. Erst wenn er sich beruhigt hat, kann man ihn ruhig loben oder streicheln.
Eine Haftpflicht- und eine Krankenversicherung sollte heutzutage jeder Hund haben. Erstere ist in vielen Gemeinden Voraussetzung für die Anmeldung, letztere bietet die Gewissheit, den Vierbeiner im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls gut versorgen lassen zu können.
Im Haus benötigen Hunde auf jeden Fall einen festen Platz, auf dem sie nachts schlafen und sich tagsüber ausruhen können. Am besten eignet sich eine Hundebox, ein Hundebett/-korb oder eine weiche Decke. Die Liegefläche sollte so groß sein, dass der Hund gestreckt dort liegen kann.
Zur Grundausstattung gehören Fress- und Trinknäpfe. Sie sollten der Größe des Hundes angepasst und gut zu reinigen sein. Am besten entscheidet man sich für schwerere Näpfe, weil der Hund beim Auslecken seines Napfes diesen nicht verschieben kann.
Ein Halsband und/oder Geschirr sowie eine Leine sind unerlässlich und die Auswahl ist groß. Der Fachhandel bietet hier eine große Auswahl und berät auch hinsichtlich der passenden Größe für den Hund, damit das Halsband/Geschirr sicher sitzt, aber auch nicht einschnürt. Bei Welpen sollte man bedenken, dass mit dem Hund die Halsumfang wächst und im Laufe seines Lebens das Halsband bzw. das Geschirr gewechselt werden müssen.
Werkzeuge für die Hundepflege sind so vielfältig wie die verschiedenen Fellarten unserer Vierbeiner. Im Fachhandel oder beim Züchter erhalten Sie Informationen, welche Ausrüstung sie benötigen und welche Pflegemaßnahmen für Ihren Hund notwendig sind. Falls Sie einen Hund gewählt haben, bei dem regelmäßiges Trimmen oder Scheren erforderlich ist (und Sie das nicht selbst erledigen wollen), kümmern Sie sich rechtzeitig um einen passenden Hundesalon in Ihrer Nähe.
Wenn Sie Ihren Hund häufiger mit dem Auto transportieren, sollten Sie zusätzlich eine Hundbox für den Rücksitzbereich oder den Kofferraum anschaffen, damit Sie den Hund während der Fahrt sicher transportieren können und dieser nicht im Falle einer scharfen Bremsung oder eines Unfalls gegen die vorderen Sitze knallt oder gar durch die Windschutzscheibe fliegt. Falls Sie einen großen Hund auf der Rückbank transportieren müssen, können Sie diesen auch mit einem Geschirr und entsprechenden Hundegurten absichern.
Pflege
Die notwendige Körperpflege des Hundes hängt von der jeweiligen Rasse ab und nimmt in der Regel relativ wenig Zeit in Anspruch.
Langhaarige Hunde sollten je nach Fellstruktur täglich bis wöchentlich gebürstet werden. Oft reicht es, täglich die zu Verfilzung neigenden Stellen (z. B. unter den Ohren) zu kontrollieren und den ganzen Hund einmal pro Woche ordentlich durchzubürsten. Im Fellwechsel kann tägliche Pflege erforderlich sein. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Hund in dieser Zeit zu Baden und unter Föhnen gründlich auszubürsten. Ein angefeuchtetes Fensterleder nimmt Schuppen und Staub weg und verleiht dem Fell einen feinen Glanz.
Kurzhaarige Hunde kann man im Fellwechsel gut durch tägliches Bürsten mit einem Noppenstriegel unterstützen. Auch in der restlichen Zeit wissen viele eine solche Massage zu schätzen, und ein abschließendes Abreiben mit einem feuchten Fensterleder sorgt für Fellglanz.
Bei Rau- und Drahthaararten wie Dackel oder Foxterrier sollten alle drei bis vier Monate die abgestorbenen grauen Haare entfernt werden. Hundesalons und Züchter sind hierfür eine gute Anlaufstelle.
Manche Rassehunde oder Mischlinge verfügen über dauerhaft weiterwachsendes Haar und müssen hin und wieder geschoren werden. Je regelmäßiger solch eine Schur vorgenommen wird, desto unaufwändiger ist die Fellpflege. Falls man jedoch zu lange mit dem Abscheren wartet, bilden sich bei diesen Hunden schnell unangenehme Verfilzungen, die anschließend nur mit großem Aufwand zu entfernen sind.
Hat ein Hund sich richtig schmutzig gemacht, hilft oft nur noch eine Dusche oder ein Vollbad. Es bietet sich an, ein passendes Hunde-Shampoo aus dem Fachhandel vorrätig zu halten. Entgegen landläufigen Meinungen schadet ein gelegentliches Bad der Hundehaut nicht. Bei einigen Hunderassen kann regelmäßiges Baden mit geeigneten Produkten sogar zu den empfehlenswerten Pflegemaßnahmen zählen. Shampoo oder pH-neutrale Waschlotionen für Menschen sind nicht geeignet, da der Haut-pH-Wert bei Hunden basischer ist als der von Menschen und die Produkte somit die Hundehaut reizen.
Des Weiteren ist es ratsam, das Fell des Hundes regelmäßig auf einen möglichen Parasitenbefall zu untersuchen. In den wärmeren Monaten sollte man zusätzlich nach jeder Gassirunde in der Natur das Fell nach Zecken absuchen und diese absammeln, damit die Zecken sich erst gar nicht festbeißen.
Neben der Fellpflege sollten zusätzlich auch die Krallen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Hierzu gibt es spezielle Krallenscheren im Handel zu kaufen. Auch Tierarztpraxen und Hundesalons können die Krallen bei Bedarf kürzen.
Haben sich trotz aller Pflege doch einmal Flöhe, Haarlinge, Läuse oder Zecken im Fell des Vierbeiners eingenistet, bieten Tierärzte und der Fachhandel für eine unkomplizierte Ungezieferbekämpfung verschiedene Präparate an, zum Beispiel spezielle Shampoos, Ungezieferpuder, Tropfen und Zerstäuber für die Schlafplätze und die Wohnung. Zur Entfernung von Zecken gibt es spezielle Zeckenzangen bzw. -pinzetten im Handel zu kaufen.
Bei der Flohbekämpfung reicht es außerdem nicht, nur das Fell des Hundes zu behandeln. Man sollte auch an seine Liegeplätze, den Hundekorb und die Hundedecke denken. Die Plagegeister und deren Eier halten sich aber nicht nur in der unmittelbaren Umgebung ihres „Wirtes“ auf. Sie können sich irgendwo im Zimmer oder sogar im Rest der Wohnung vermehren. Dagegen helfen ebenfalls spezielle Sprays und Zerstäuber.
Als prophylaktische Maßnahme gibt es im Handel und in Apotheken spezielle Präparate zur Abwehr von Parasiten, wie beispielsweise Halsbänder und Tropfen (SPOT ON) zur Verabreichung über die Haut oder Tabletten zur oralen Aufnahme.
Damit der Hund nicht nur gut aussieht, sondern auch gesund bleibt, sollte er regelmäßig entwurmt werden. Hier macht es Sinn vorab mit der Tierarztpraxis zu sprechen. Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, sich die Tests nach Hause schicken zu lassen. Außerdem sollte jährlich ein Gesundheitscheck in der Tierarztpraxis erfolgen.
Ab einem Alter von 8 Wochen sollte die Grundimmunisierung gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis (CAV), Leptospirose und – je nach Risiko – Tollwut begonnen werden. Die Grundimmunisierung umfasst weitere Impfungen im Alter von etwa 12 und 16 Wochen sowie eine Abschlussimpfung mit 15 Monaten. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung werden Staupe, Parvovirose und Hepatitis in der Regel alle 3 Jahre aufgefrischt, Leptospirose jährlich. Die Tollwutimpfung erfolgt entsprechend der Zulassung des verwendeten Impfstoffs (häufig ebenfalls alle 3 Jahre). Die Impfungen werden im Impfpass eingetragen und können somit nachvollzogen werden.
Nähere Informationen zu den einzelnen Impfungen und Impfintervallen gibt es auf der Homepage der StIKo Vet (Ständigen Impfkomission Veterinärmedizin): https://stiko-vet.fli.de/de/impftabelle/a-kleine-haustiere/a-1-hunde/#c4142
Hundepfoten sind so beschaffen, dass sie sich selbst bei Schnee und Glatteis bewähren. Dennoch benötigen sie gerade im Winter die richtige Pflege – damit die Vierbeiner gut durch die kalte Jahreszeit kommen.
Im Zoofachhandel erhält man speziellen Balsam und Pfotenschutzsprays, mit dem die Ballen schon vor der Wintersaison eingerieben bzw. eingesprüht werden sollten. So wird verhindert, dass sie rissig und spröde werden. Bei Kälte und Nässe kann man die Pfoten bei empfindlichen Tieren vor jedem Spaziergang behandeln. Nachher eventuelle Salzreste mit lauwarmem Wasser abwaschen und wiederum das Pflegemittel auftragen.
Im Winter können sich gerade bei langhaarigen Rassen zwischen den Zehen Eisklumpen festsetzen. Sie werden ebenfalls beim Waschen mit kaltem bis lauwarmen Wasser entfernt. Im Fachhandel kann man spezielle Scheren oder elektrische Haartrimmer für Hunde erwerben, um die Haare an den Pfoten zu kürzen, damit sich keine Eisklumpen bilden. Außerdem gibt es seit einigen Jahren auch Hundeschuhe zu kaufen, um empfindliche Pfoten zu schützen. Schlittenhunde in der Arktis tragen beispielsweise spezielle Hundeschuhe, die ihre Pfoten vor Verletzungen schützen und die Bildung von Schnee- und Eisklumpen zwischen den Zehen verhindern.
Die richtige Ernährung ist für die Gesundheit eines Hundes sehr wichtig. Fehlen in der Ernährung lebensnotwendige Nährstoffe, kann das bei Hunden zum Beispiel zu Entwicklungs-, Wachstums- oder Verdauungsstörungen führen oder die Entwicklung bestimmter Erkrankungen fördern.
Die einfachste und unkomplizierteste Methode den Hund ausgewogen zu ernähren ist der Griff zu Alleinfuttermitteln. Diese wurde von Heimtierernährungsexpertinnen und -experten entwickelt und werden stets nach neuesten ernährungsphysiologischen Erkenntnissen hergestellt. So enthält das Hundefutter aus dem Handel alles, was das Tier benötigt, und zwar in einem ausgewogenen und bedarfsgerechten Verhältnis.
Ausführlichere Informationen zur richtigen Fütterung finden Sie hier: https://www.ivh-online.de/heimtier-infos/hunde/die-richtige-fuetterung.html
Viele Lebensmittel für Menschen sind für Hunde ungeeignet. So können beispielsweise Schokolade, Avocados oder Weintrauben/Rosinen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Informieren Sie sich daher gründlich, bevor Sie Ihrem Hund etwas von Ihren Mahlzeiten abgeben - oder wählen Sie nur ausdrücklich für Hunde ausgewiesene Futterbelohnungen aus dem Fachhandel. Dabei sollte beachtet werden, dass die Gabe von Snacks und Leckerlies nur max. 10% des täglichen Energiebedarfes decken sollte.
Damit ihr Hund seine schlanke Linie beibehält, können Sie mit dem IVH-Futterrechner die täglich mögliche Menge an Leckerlies ganz einfach errechnen: https://rechner-hundefutter.ivh-online.de/
Damit ihr Hund gut hydriert bleibt, sollte Wasser immer zur freien verfühgung angeboten werden. Der Wassernapf sollte täglich gereinigt und mit frischem und kühlem Wasser befüllt werden.
Weitere Informationen zum Thema “Wasser” können Sie sich hier herunterladen: Die Bedeutung von Wasser für die Ernährung Ihres Heimtieres
Knochen sind keine unbedenkliche Hundenahrung. Sie enthalten zwar für den Hund wichtige Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphor, die Knochen und Zähne kräftigen. Doch reichen selbst die starken Verdauungssäfte im Hundemagen nicht immer aus, das Material vollständig aufzulösen. Zudem birgt die Fütterung von Knochen das Risiko unter anderem von Zahnfrakturen oder Verstopfungen. Hundehalter, die ihre Vierbeiner dennoch ab und an etwas vom Knochen anbieten möchten, können ihnen „Knochenersatz“ anbieten. Um dem Kaubedürfnis des Hundes entgegenzukommen sind Büffelhautknochen oder hart gebackene Kauknochen bestens geeignet, auf denen das Tier herumkauen kann, ohne sich Zähne, Maul oder Speiseröhre zu verletzen.
Die Gabe von brüchigen und splitternden Knochen, wie z.B. die Knochen von Geflügel, sollte gänzlich vermieden werden.






