Anschaffung, Haltung und Pflege

Anschaffung

Wer sich für eine Katze entscheidet, übernimmt langfristig Verantwortung. Katzen können 15 Jahre und älter werden und benötigen während ihres gesamten Lebens eine zuverlässige Versorgung, Gesundheitsvorsorge und ein Umfeld, das ihren körperlichen und sozialen Bedürfnissen gerecht wird.

Auch Katzen brauchen täglich Zeit und Aufmerksamkeit. Dazu gehören neben Fütterung und Pflege vor allem Spiel, Beschäftigung und – abhängig von den individuellen Vorlieben der Katze –Körperkontakt. Besonders Wohnungskatzen benötigen Möglichkeiten, typische Verhaltensweisen wie Klettern, Kratzen, Erkunden, Beobachten und Beutefangspiel auszuleben. Bei langhaarigen Katzen sollte zudem ausreichend Zeit für eine regelmäßige Fellpflege eingeplant werden.

Einzelkatze oder Katzengesellschaft?

Katzen sind in ihrem Sozialverhalten ausgesprochen individuell. Sie können enge soziale Beziehungen zu anderen Katzen und zu Menschen eingehen, sind jedoch nicht grundsätzlich darauf angewiesen, mit einer anderen Katze zusammenzuleben. Manche Katzen genießen die Gesellschaft eines passenden Artgenossen, andere bevorzugen es, ihr Zuhause nicht mit einer weiteren Katze zu teilen.

Wer zwei oder mehrere Katzen halten möchte, sollte daher darauf achten, dass die Tiere tatsächlich zueinander passen. Besonders Katzen, die bereits miteinander aufgewachsen sind oder eine bestehende soziale Bindung haben, können gute Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben mitbringen. Eine zweite Katze sollte dagegen nicht allein deshalb angeschafft werden, weil die erste Katze tagsüber einige Stunden allein ist. Gerade bei erwachsenen Katzen kann ein unpassender Artgenosse zu dauerhaftem Stress führen.

Bei mehreren Katzen ist außerdem wichtig, dass ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Ressourcen für alle Katzen vorhanden sind. Futter- und Wasserstellen, Schlafplätze, erhöhte Liegeplätze, Kratzmöglichkeiten und Katzentoiletten sollten so verteilt sein, dass die Tiere einander bei Bedarf ausweichen können.

Freigang oder Wohnungshaltung?

Freigang bietet Katzen zahlreiche Möglichkeiten zum Erkunden, Klettern, Jagen und zur Bewegung, ist jedoch auch mit Risiken verbunden – etwa durch Straßenverkehr, andere Tiere oder Krankheitserreger. Ob Freigang möglich und sinnvoll ist, hängt deshalb stark von der Wohnlage und der individuellen Katze ab. Ein gesicherter Garten oder Balkon kann eine Alternative oder Ergänzung darstellen.

Auch eine ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze kann ein gutes und erfülltes Leben führen. Voraussetzung ist allerdings eine abwechslungsreich und katzengerecht gestaltete Umgebung. Neben ausreichend Bewegungsraum sind insbesondere erhöhte Plätze, Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten, Kratzgelegenheiten sowie regelmäßige Spiel- und Beschäftigungsangebote wichtig. Dabei zählt nicht allein die Größe der Wohnung: Entscheidend ist auch, wie gut der vorhandene Raum genutzt und strukturiert ist.

Katzen brauchen Wahlmöglichkeiten

Katzen schätzen ein möglichst vorhersehbares Umfeld und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann sie Kontakt aufnehmen, spielen oder sich zurückziehen möchten. Ihr Vertrauen gewinnt man am besten, indem man ihre individuellen Grenzen respektiert und ihnen sichere Rückzugs- und Schlafplätze zur Verfügung stellt.

Körperkontakt sollte nicht erzwungen werden. Viele Katzen genießen Streicheleinheiten, möchten aber selbst bestimmen können, wann und wie lange sie Kontakt haben. Auch beim Spielen, Bürsten und anderen gemeinsamen Aktivitäten lohnt es sich deshalb, auf die Körpersprache der Katze zu achten.

Woher soll die Katze kommen?

Wer einer Katze ein Zuhause geben möchte, kann sich zunächst in Tierheimen und bei seriösen Tierschutzorganisationen informieren. Dort warten Katzen unterschiedlichen Alters und Charakters auf ein passendes Zuhause. Die Mitarbeitenden kennen ihre Tiere häufig gut und können dabei helfen einzuschätzen, welche Katze zur jeweiligen Lebenssituation passt.

Auch bei Katzen aus privater Vermittlung sollte darauf geachtet werden, unter welchen Bedingungen die Tiere aufgewachsen sind. Gerade die Erfahrungen während der ersten Lebenswochen können das spätere Verhalten beeinflussen. Positive und behutsame Kontakte zu Menschen, anderen Tieren sowie zu unterschiedlichen Alltagsreizen können dazu beitragen, dass sich junge Katzen später leichter in ihrer Umwelt zurechtfinden.

Wer sich für eine Rassekatze entscheidet, sollte einen verantwortungsvoll arbeitenden Züchter auswählen. Dieser sollte transparent über Haltung, Abstammung und Gesundheit der Tiere informieren, rassetypisch relevante Gesundheitsuntersuchungen nachweisen können und Wert auf eine gute Aufzucht in einer sauberen Umgebung sowie auf eine gute Sozialisation der Jungtiere legen. Auch tierärztliche Untersuchungen und altersgerechte Impfungen sollten nachvollziehbar dokumentiert sein.

Unabhängig davon, woher eine Katze kommt, gilt: Nicht allein Aussehen oder Rasse sollten über die Wahl entscheiden. Ausschlaggebend ist, ob die Bedürfnisse und der Charakter des Tieres zur eigenen Lebenssituation passen und eine verantwortungsvolle Haltung über viele Jahre gewährleistet werden kann.

Wer ein Kätzchen aufnehmen möchte, sollte darauf achten, dass es ausreichend Zeit bei seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern verbringen konnte. In den ersten Lebenswochen machen junge Katzen wichtige Erfahrungen für ihre körperliche, soziale und emotionale Entwicklung. Sie lernen im Spiel mit Mutter und Geschwistern unter anderem, ihr Verhalten gegenüber anderen Katzen angemessen einzusetzen, und sammeln wichtige Erfahrungen im Umgang mit Menschen und ihrer Umwelt.

Bei verantwortungsvollen Züchtern ziehen Kätzchen deshalb häufig erst im Alter von etwa 12 bis 14 Wochen in ihr neues Zuhause, teilweise auch später. Bis dahin sind sie vollständig entwöhnt und haben bereits wichtige Entwicklungs- und Sozialisationsphasen durchlaufen. Ihre Entwicklung und ihr Lernen sind damit jedoch keineswegs abgeschlossen.

Ein Besuch beim Züchter vor der Übernahme ist empfehlenswert – weniger, um bereits eine Bindung zum Kätzchen aufzubauen, sondern um sich ein Bild von der Aufzucht und dem Umfeld zu machen. Außerdem sollten das Muttertier und die Wurfgeschwister zu sehen sein. Wichtig ist, dass die jungen Katzen in einer sauberen, sicheren und abwechslungsreichen Umgebung aufwachsen und behutsam an Menschen und typische Alltagsreize gewöhnt werden.
 

Gut vorbereitet auf den Einzug

Damit sich das Kätzchen in seinem neuen Zuhause möglichst schnell sicher fühlt, helfen einige Vorbereitungen:

  • Das gewohnte Futter zunächst beibehalten: Für heranwachsende Katzen eignet sich ein als Alleinfuttermittel ausgewiesenes Futter für Katzenwelpen beziehungsweise Katzen im Wachstum. Da Kitten einen hohen Energie- und Nährstoffbedarf haben, werden sie in der Regel mehrmals täglich gefüttert. Für die ersten Tage sollte möglichst das bisher gewohnte Futter vom Züchter oder aus dem Tierheim übernommen werden. Eine gewünschte Futterumstellung kann nach der Eingewöhnung schrittweise erfolgen.
  • Ein sicherer Rückzugsort für die ersten Tage: Statt das Kätzchen sofort die gesamte Wohnfläche erkunden zu lassen, empfiehlt es sich, zunächst einen ruhigen und sicheren Bereich einzurichten. Dort sollten sich Futter und Wasser (beides soweit wie möglich getrennt voneinander), Katzentoilette, Schlaf- und Versteckmöglichkeiten, Kratzgelegenheiten und Spielzeug befinden. Von diesem sicheren Ausgangspunkt aus kann das Kätzchen sein neues Zuhause nach und nach und im eigenen Tempo erkunden.
  • Gesundheitsvorsorge überprüfen: Bei der Übergabe sollten vorhandene Unterlagen zu tierärztlichen Untersuchungen, Impfungen und Parasitenkontrolle mitgegeben werden. Auch wenn bereits ein Gesundheitscheck stattgefunden hat, empfiehlt es sich, das neue Familienmitglied zeitnah in der eigenen Tierarztpraxis vorzustellen. Dort kann gemeinsam ein individueller Vorsorgeplan für Impfungen und Parasitenkontrolle erstellt werden.
  • Kennzeichnen und registrieren: Eine Kennzeichnung mit einem Mikrochip erleichtert die eindeutige Identifikation der Katze. Wichtig ist außerdem, die Chipnummer anschließend bei einem geeigneten Haustierregister zusammen mit den aktuellen Kontaktdaten zu registrieren – nur so kann der Chip bei einem Fund schnell einem Halter zugeordnet werden. Bei Freigängerkatzen können je nach Wohnort darüber hinaus rechtliche Vorgaben zur Kennzeichnung, Registrierung und Kastration gelten.
  • Freigang erst gut vorbereiten: Ein Kätzchen sollte nicht ins Freie gelassen werden, sobald es lediglich die Wohnung kennengelernt hat. Vor dem ersten Freigang sollte es sich zuverlässig im neuen Zuhause eingelebt haben sowie über einen geeigneten Impfschutz verfügen und gekennzeichnet und registriert sein. Auch der geeignete Zeitpunkt für eine Kastration sollte zuvor mit der Tierarztpraxis besprochen werden. Anschließend kann das Erkunden der Außenwelt schrittweise und möglichst in ruhiger Umgebung beginnen.[Ga1]
  • Zeit und Ruhe zum Ankommen geben: Ein Umzug bedeutet für ein Kätzchen viele neue Gerüche, Geräusche und Eindrücke. Ein ruhiges Umfeld und feste Abläufe erleichtern die Eingewöhnung. Nähe und Spiel können angeboten werden, sollten aber nicht erzwungen werden. Das Kätzchen sollte selbst entscheiden können, wann es Kontakt sucht und wann es sich zurückziehen möchte.

Mit Geduld, einer gut vorbereiteten Umgebung und einer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Versorgung lassen sich gute Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich aus dem Kätzchen eine gesunde und selbstbewusste erwachsene Katze entwickelt.

Haltung

Wer eine Katze ausschließlich oder überwiegend in der Wohnung hält, sollte ihr eine Umgebung bieten, in der sie möglichst viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen ausleben kann. Dazu gehören unter anderem Klettern, Kratzen, Erkunden, Beobachten, Verstecken, Spielen und Ruhen. Dabei zählt nicht allein die Wohnfläche. Ebenso wichtig ist, wie abwechslungsreich und katzengerecht der vorhandene Raum gestaltet ist.

Klettern, beobachten und sich zurückziehen

Katzen nutzen ihren Lebensraum nicht nur am Boden, sondern auch in der Höhe. Kratzbäume, erhöhte Liegeflächen, Regalbretter oder andere sichere Klettermöglichkeiten erweitern den nutzbaren Raum und ermöglichen es der Katze, ihre Umgebung von oben zu beobachten. Ebenso wichtig sind geschützte Rückzugs- und Schlafplätze, an denen sie ungestört ruhen kann. Manche Katzen bevorzugen erhöhte Plätze, andere Höhlen oder geschützte Bereiche in Bodennähe – ideal ist daher eine Auswahl verschiedener Möglichkeiten.

Auch ein gesicherter Fensterplatz kann einen attraktiven Beobachtungsposten bieten. Dabei sollte die Katze jedoch jederzeit die Möglichkeit haben, sich an einen kühleren oder ruhigeren Ort zurückzuziehen.

Kratzen gehört zum natürlichen Verhalten

Kratzen dient Katzen nicht nur der Krallenpflege. Sie strecken dabei ihren Körper und hinterlassen sowohl sichtbare als auch geruchliche Markierungen. Geeignete Kratzmöglichkeiten gehören deshalb zur Grundausstattung eines Katzenhaushalts.

Nicht jede Katze hat dabei dieselben Vorlieben. Manche kratzen bevorzugt an senkrechten Flächen, andere an waagerechten oder schrägen Unterlagen. Kratzbäume und -bretter sollten stabil und groß genug sein, damit sich die Katze beim Kratzen vollständig strecken kann. Sinnvoll ist es, mehrere Kratzmöglichkeiten dort anzubieten, wo die Katze sie tatsächlich benötigt – beispielsweise in der Nähe häufig genutzter Schlafplätze, Laufwege oder bereits bevorzugter Kratzstellen.

Auch bei gutem Angebot kann es vorkommen, dass eine Katze an Möbeln kratzt. Statt sie dafür zu bestrafen, sollte geprüft werden, ob Standort, Material oder Form der angebotenen Kratzmöglichkeiten ihren Vorlieben entsprechen.

Katzentoiletten: sauber, ruhig und gut erreichbar

Katzen legen großen Wert auf einen geeigneten und sauberen Toilettenplatz. Die Katzentoilette sollte groß genug sein, damit sich die Katze darin bequem drehen und scharren kann, und an einem ruhigen, jederzeit zugänglichen Ort stehen. Futter- und Wasserplätze sollten möglichst nicht unmittelbar daneben liegen.

Als Faustregel empfiehlt sich eine Katzentoilette pro Katze plus eine zusätzliche, die an unterschiedlichen Orten aufgestellt werden. Dies ist besonders in Mehrkatzenhaushalten wichtig, damit keine Katze einer anderen den Zugang versperren kann.

Kot und Urinklumpen bzw. -nester sollten mindestens einmal täglich entfernt werden. Wie häufig die gesamte Streu ausgetauscht und die Toilette gereinigt werden muss, hängt unter anderem von Streuart, Toilette und Nutzung ab. Viele Katzen bevorzugen eine feinkörnige, möglichst unparfümierte Streu. Stark parfümierte Produkte können für die empfindliche Katzennase dagegen unangenehm sein.

Eine sichere Wohnung schaffen

Katzen sind neugierig und erkunden auch vermeintlich uninteressante Winkel und Gegenstände. Deshalb sollte die Wohnung möglichst katzensicher gestaltet werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen:

  • Kippfenster: In gekippten Fenstern können Katzen eingeklemmt und schwer verletzt werden. Geeignete Schutzgitter oder Sicherungen können dieses Risiko reduzieren.
  • Fenster und Balkone: Ungesicherte Fenster und Balkone können ein Absturzrisiko darstellen und müssen katzensicher gestaltet werden.
  • Waschmaschine und Trockner: Türen nach Gebrauch geschlossen halten und Geräte vor dem Einschalten kontrollieren, da Katzen gerne warme oder höhlenartige Plätze aufsuchen.
  • Schnüre und verschluckbare Gegenstände: Fäden, Geschenkband, Haargummis, kleine Spielzeugteile oder ähnliche Gegenstände können beim Verschlucken gefährlich werden und sollten nicht unbeaufsichtigt zugänglich sein. Auch das in Zeichentrickfilmen gern gezeigte Wollknäuel ist als Spielzeug nicht geeignet.
  • Medikamente, Reinigungs- und andere Chemikalien: Diese sollten sicher und für Katzen unerreichbar aufbewahrt werden.
  • Giftige Pflanzen und Blumen: Manche Pflanzen können für Katzen bereits in kleinen Mengen gefährlich sein. Besonders Lilien stellen ein erhebliches Vergiftungsrisiko dar. Vor der Anschaffung einer Katze sollten alle Pflanzen hinsichtlich Ihrer Toxizität für Katzen geprüft und ggf. entfernt werden. Vor dem Kauf einer neuen Pflanze ist es wichtig, sich vorab darüber zu informieren, ob die Pflanze für Katzen giftig ist. Hierzu gibt es zahlreiche Informationen im Internet. Auch (gedüngtes) Blumenwasser kann problematisch sein.

Katzengras kann als zusätzliche Beschäftigung angeboten werden, ersetzt aber nicht das Entfernen giftiger Pflanzen aus dem Katzenhaushalt.

Eine katzengerechte Wohnung zeichnet sich somit nicht allein durch Kratzbaum und Katzenklo aus. Entscheidend ist eine Umgebung, die der Katze Wahlmöglichkeiten, sichere Rückzugsorte, Bewegung, Beschäftigung und Kontrolle über ihre wichtigsten Ressourcen bietet.

Viele Katzen nutzen Freigang gerne zum Erkunden, Klettern, Beobachten und Jagen. Ungesicherter Freigang kann jedoch auch mit Risiken verbunden sein, beispielsweise durch Straßenverkehr, Auseinandersetzungen mit anderen Tieren, Parasiten und Infektionskrankheiten oder die Gefahr, dass die Katze verloren geht.

Ob Freigang möglich und sinnvoll ist, hängt daher unter anderem von der Wohnlage, der individuellen Katze und den Gegebenheiten vor Ort ab. Katzenhalter, die beispielsweise in einer Stadt oder nahe einer stark befahrenen Straße leben, entscheiden sich deshalb möglicherweise für eine reine Wohnungshaltung oder einen gesicherten Zugang ins Freie.

Auch eine ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze kann ein gutes und erfülltes Leben führen. Voraussetzung ist, dass ihre körperlichen und verhaltensbezogenen Bedürfnisse berücksichtigt werden und sie ausreichend Möglichkeiten zum Klettern, Kratzen, Erkunden, Beobachten, Verstecken, Spielen und Ruhen erhält.

Besonders für Wohnungskatzen sind regelmäßige Bewegung und Beschäftigung wichtig. Gemeinsames Spiel kann dabei Elemente des natürlichen Beutefangverhaltens aufgreifen – etwa Anschleichen, Verfolgen, Springen und Fangen. Geeignet sind beispielsweise Angelspielzeuge, Bälle, Futterspiele oder für Katzen produziertes Spielzeug aus unterschiedlichen Materialien. Welche Beschäftigung eine Katze bevorzugt, ist individuell verschieden.

Auch gemeinsame Zeit und soziale Interaktion können das Wohlbefinden fördern. Körperkontakt sollte jedoch immer freiwillig erfolgen: Manche Katzen genießen ausgiebige Streicheleinheiten, andere bevorzugen kürzere Kontakte oder einfach die Nähe zu ihrem Menschen. 

Katzen verbringen einen großen Teil des Tages mit Ruhen und Schlafen. Gleichzeitig sind sie von Natur aus Jäger und besitzen ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Verhaltensweisen wie Beobachten, Anschleichen, Verfolgen, Anspringen und Fangen. Auch Wohnungskatzen sollten regelmäßig Gelegenheit bekommen, solche Verhaltensweisen spielerisch auszuleben. Fehlen geeignete Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten dauerhaft, können Stress, Frustration oder unerwünschte Verhaltensweisen begünstigt werden.

Spielen als Ersatz für die Jagd

Gemeinsames Spiel bietet eine gute Möglichkeit, Elemente des natürlichen Beutefangverhaltens nachzuahmen. Besonders geeignet sind Spielzeuge, die sich ähnlich wie potenzielle Beute bewegen und die Katze zum Beobachten, Anschleichen, Verfolgen und Fangen animieren. Dazu gehören beispielsweise Katzenangeln, Bälle oder geeignete Stoffspielzeuge.

Wichtig ist, dass die Katze die „Beute“ zwischendurch auch tatsächlich fangen kann. So kann die typische Abfolge des Beutefangverhaltens möglichst vollständig ausgelebt werden. Nach einer Spielsequenz kann beispielsweise eine kleine Futterportion oder ein Leckerchen angeboten werden.

Auch Futterspiele und Intelligenzspielzeuge können für Abwechslung sorgen. Sie ermöglichen der Katze, sich einen Teil ihres Futters selbst zu erarbeiten und verbinden Nahrungsaufnahme mit Bewegung und geistiger Beschäftigung. Damit Spielzeug interessant bleibt, kann es sinnvoll sein, unterschiedliche Angebote abzuwechseln, statt ständig alle Spielzeuge zur Verfügung zu stellen.

Spielzeuge mit Schnüren, Bändern, Federn oder anderen Teilen, die abgebissen und verschluckt werden könnten, sollten nur unter Aufsicht verwendet und anschließend sicher weggeräumt werden. Auch Fäden, Haargummis, Geschenkband, Plastiktüten und andere verschluckbare oder einengende Gegenstände gehören nicht unbeaufsichtigt in Katzenreichweite.

Abwechslung auch in der Wohnung

Eine katzengerechte Wohnung bietet weit mehr als Spielzeug. Kletter- und Kratzmöglichkeiten, erhöhte Beobachtungsplätze, Verstecke, wechselnde Beschäftigungsangebote und sichere Rückzugsorte geben der Katze Gelegenheit, ihre Umgebung zu erkunden und unterschiedliche natürliche Verhaltensweisen auszuleben.

Gemeinsames Spiel mit dem Menschen kann dabei ein wichtiger Bestandteil des Alltags sein und zugleich die Mensch-Katze-Beziehung fördern. Wie häufig und wie lange eine Katze spielen möchte, ist jedoch individuell unterschiedlich und kann sich mit Alter und Gesundheitszustand verändern.

Auch eine zweite Katze kann für manche Tiere ein geeigneter Sozial- und Spielpartner sein – sie ist jedoch nicht automatisch eine Bereicherung für jede Katze. Entscheidend ist, ob die Tiere sozial miteinander verträglich sind. Eine zweite Katze sollte daher nicht allein zur Beschäftigung einer Wohnungskatze angeschafft werden. In Mehrkatzenhaushalten benötigen die Tiere außerdem ausreichend voneinander getrennte Ressourcen und Rückzugsmöglichkeiten.

Pflege

Eine ausgewogene Ernährung, eine tiergerechte Haltung und regelmäßige Gesundheitsvorsorge sind wichtige Voraussetzungen für das Wohlbefinden einer Katze. Katzenhalter sollten ihr Tier aufmerksam beobachten, denn Veränderungen des Verhaltens, des Appetits, des Körpergewichts, des Fells oder der Ausscheidungen können erste Hinweise auf gesundheitliche Probleme sein.

Ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge sind Schutzimpfungen. Welche Impfungen und Impfintervalle für eine Katze sinnvoll sind, richtet sich nach ihrem Alter, ihrer Haltungsform, ihrem Gesundheitszustand und ihrem individuellen Infektionsrisiko. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann auf dieser Grundlage einen passenden Impfplan erstellen.

Zu den Core-Impfungen, gegen die grundsätzlich jede Katze geschützt sein sollte, zählen nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin die Impfungen gegen Panleukopenie (Katzenseuche) sowie gegen das Feline Herpesvirus und das Feline Calicivirus, die zu den wichtigsten Erregern des sogenannten Katzenschnupfenkomplexes gehören. 

Weitere Impfungen werden abhängig vom individuellen Risiko empfohlen. Dazu zählt beispielsweise die Impfung gegen das Feline Leukämievirus (FeLV), insbesondere bei Katzen mit erhöhtem Expositionsrisiko, etwa bei Freigang oder Kontakt zu Katzen mit unbekanntem FeLV-Status. Junge Katzen sind für eine progressive FeLV-Infektion besonders empfänglich. 

Die Tollwutimpfung zählt in Deutschland nicht mehr zu den Core-Impfungen, da Deutschland frei von Tollwut ist. Für Freigängerkatzen wird sie von der StIKo Vet jedoch weiterhin empfohlen. Für grenzüberschreitende Reisen ist eine gültige Tollwutimpfung zudem grundsätzlich erforderlich. Für bestimmte Drittländer können zusätzliche Anforderungen gelten. 

Auch der Schutz vor Parasiten sollte an das individuelle Infektionsrisiko angepasst werden. Ob und wie häufig eine Katze entwurmt beziehungsweise ihr Kot auf Wurmbefall untersucht werden sollte, hängt unter anderem davon ab, ob sie Freigang hat, Beutetiere frisst, mit rohem Fleisch gefüttert wird oder Kontakt zu anderen Tieren hat. Freigängerkatzen haben in der Regel ein deutlich höheres Infektionsrisiko als reine Wohnungskatzen. Die geeigneten Maßnahmen und Intervalle sollten deshalb individuell festgelegt werden. 

Aktuelle Empfehlungen zu Schutzimpfungen bei Katzen veröffentlicht die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut.

Katzen sind regelrechte Reinlichkeitsfanatiker, die sich täglich etwa drei Stunden ihrer Körperpflege widmen. Dabei lecken sie mit ihrer rauen Zunge den ganzen Körper. Der Kopf, der mit der Zunge nicht erreichbar ist, wird mit den Pfoten, die wie Waschlappen funktionieren, geputzt. Die Ohren erreicht die Katze mit den Pfoten nur äußerlich. Daher sollte man die Ohrmuscheln bei Bedarf mit einem angefeuchteten Tuch oder einem feuchten Reinigungstuch aus dem Fachhandel auswischen.

Für ihre Fell- und Körperpflege benötigen Katzen nur wenig menschliche Hilfe. Gelegentlich sanft durchkämmen und anschließend die losen Haare abbürsten, reicht im Allgemeinen völlig. Langhaarkatzen sollten dagegen täglich gekämmt oder gebürstet werden, damit ihr Haarkleid nicht verfilzt. Baden sollte man eine Katze nicht, ausgenommen der Tierarzt empfiehlt ein medizinisches Shampoo.

Strahlende Augen sind ein Zeichen von Gesundheit und Wohlbefinden. Leichte Verkrustungen können vorsichtig mit einem weichen, mit lauwarmem Wasser angefeuchteten Tuch entfernt werden. Treten Augenausfluss oder Verkrustungen häufiger auf, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Auch Katzen können Zahnstein und andere Zahnerkrankungen entwickeln. Deshalb sollte das Gebiss regelmäßig kontrolliert werden. Zahnstein kann im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung vom Tierarzt entfernt werden.

Katzenkrallen bestehen aus Horn und wachsen kontinuierlich. Durch regelmäßiges Kratzen wird die oberste Hornschicht abgetragen, sodass die Krallen scharf und funktionsfähig bleiben. Diese „Maniküre“ übernimmt die Katze selbst, indem sie ihre Krallen wetzt. Freilaufkatzen tun dies draußen an Bäumen und Pfählen. Wohnungskatzen brauchen dafür unbedingt Kratzmöbel, wie beispielsweise den Kratzbaum und/oder Kratzbretter. Sollten die Krallen doch einmal zu lang geworden sein, lässt man sie am besten beim Tierarzt kürzen. Alternativ kann man die Krallen auch selbst kürzen. Hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Krallenscheren für Katzen. Wichtig ist jedoch, dass man sich das Krallenkürzer vorher einmal vom Tierarzt /der Tierärztin zeigen lässt. Dass zusätzliche Krallenpflege notwendig ist, erkennt man daran, dass die Katze beim Krallenwetzen dauernd hängen bleibt, und beim Laufen über glatten Boden ein kratzendes Geräusch zu hören ist.

Info: Neben der Kürzung der Krallen, dient das Kratzen auch zur Markierung des eigenen Reviers. In den Pfoten der Stubentiger befinden sich spezielle Drüsen, mit Duftstoffe zur Reviermarkierung. Durch Kratzen an Bäumen und Gegenständen werden diese Duftstoffe abgegeben und das Revier der Katze markiert - Draußen, aber auch in der Wohnung. 

Wie alle Lebewesen benötigt die Katze Wasser, Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamin und hat neben des Bedarfes an einem harmonischen Nährstoffprofil auch spezifische Bedürfnisse. Damit die Katze gesund bleibt, muss ihre Nahrung somit bedarfsgerecht zusammengesetzt sein und zusätzlich ihre tierindividuellen Bedürfnisse erfüllen. 

Hier zehn Tipps zu den wichtigsten Aspekten der Katzenernährung:

  1. Die einfachste und unkomplizierteste Methode den Katzen ausgewogen zu ernähren, ist der Griff zu Alleinfuttermitteln. Diese wurden von Experten entwickelt und werden stets nach neuesten ernährungsphysiologischen Erkenntnissen hergestellt. So enthält die Katze alles, was sie benötigt, und zwar in einem ausgewogenen und bedarfsgerechten Verhältnis.
  2. Da junge Katzen schnell wachsen, aber einen kleinen Magen haben, sollten sie mehrmals pro Tag mit kleinen Portionen gefüttert werden.
  3. Erwachsene Tiere bekommen mindestens zweiMahlzeiten pro Tag - im Idealfall eine morgens und eine abends und zur gleichen Tageszeit. Die Tagesmenge kann aber auch auf drei bis vier kleinere Mahlzeiten aufgeteilt werden. Das entspricht dem natürlichen Fressverhalten vieler Katzen und kann insbesondere bei Wohnungskatzen oder sehr futtermotivierten Tieren sinnvoll sein.
  4. Bei Fertignahrung geben Fütterungsempfehlungen Hinweise auf die richtige Futtermenge.. Diese finden sie immer auf der Verpackung des Futters. Außerdem bieten wir den IVH-Futterrechner für Katzen an, bei dem man gewichts-, alters- und haltungsbezogen den individuellen Bedarf für ein bis zwei Futtersorten ermitteln kann. Tischreste, für den Menschen gedachte Snacks und gewürzte Nahrung sind als Katzenfutter nicht geeignet und für die Tiere ungesund. Um die Katze zwischendurch zu belohnen oder zu verwöhnen, gibt es im Handel Katzensnacks. Wie viel die Katze pro Tag davon fressen darf, kann auch mit dem IVH-Futterrechner ermittelt werden.
  5. Rohes Schweinefleisch bzw. Rohfütterung kann für die Vierbeiner gefährliche Krankheitserreger enthalten und sollte daher nicht gefüttert werden. Generell besteht beim Verzehr von rohem Fleisch, rohen Innereien und auch rohem Fisch das Risiko, dass sich die Katze Viren, Bakterien (z.B. Salmonellen) oder Parasiten (z.B. Würmer) „einfängt.“ Des Weiteren birgt der Umgang mit rohem Fleisch auch für Menschen Risiken. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Katze nicht passend mit allen Nährstoffen versorgt wird. Leber ist beispielsweise ein hervorragender Vitamin-A-Lieferant. Zuviel davon führt jedoch zu einer Hypervitaminose (Überversorgung mit Vitaminen) und zu Knochenveränderungen, was die Katze auf Dauer gesundheitlich schädigt. Wer seine Katze mit selbst zubereitete Rationen aus rohem Fleisch und Fisch füttern will, muss sich eine ganze Menge Wissen aneignen – sonst kommt es zu Fehlern. Eine verantwortungsvolle Rohfütterung ist somit oberste Priorität – wie das geht, kann man hier erfahren: Informationsblatt Rohfütterung.
  6. Das beste Getränk ist Wasser. Viele Katzen trinken lieber, wenn Wasser und Futter an getrennten Stellen angeboten werden. Der Handel bietet außerdem spezielle Brunnen für Katzen an, die lieber aus bewegten Quellen trinken.
    Weitere Informationen finden Sie hier: Die Bedeutung von Wasser für die Ernährung Ihres Heimtieres
  7. Viele erwachsene Katzen vertragen Kuhmilch wegen des Milchzuckergehalts (Laktose) nur schlecht. Wer seiner Katze gelegentlich Milch geben möchte, greift besser zu laktosereduzierter Katzenmilch aus dem Fachhandel.
  8. Der Futterplatz der Katze sollte sich an einem ruhigen Ort befinden, der sich leicht sauber halten lässt. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Katze während des Fressens möglichst ungestört bleibt, damit sie ihre Mahlzeit entspannt genießen kann. Das Futter sollte stets Zimmertemperatur haben und nicht direkt aus dem Kühlschrank serviert werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, den Futterplatz in ausreichendem Abstand zur Katzentoilette einzurichten, da Katzen großen Wert auf Sauberkeit und die räumliche Trennung von Fress- und Toilettenbereich legen.
  9. Nicht gefressenes Nassfutter sollte zeitnah entfernt werden, insbesondere bei sommerlichen Temperaturen. Der Napf ist mit heißem Wasser zu säubern. Der abgewogene Tagesbedarf an Trockenfutter kann zur freien Verfügung den ganzen Tag über im Napf stehen bleiben.
  10. Nach der Mahlzeit braucht die Katze Ruhe. Meist sucht sie sich ein stilles Plätzchen zum Schlafen und Verdauen. Ist sie wieder munter und spielbereit, kommt sie ganz von selbst.

Weitere Informationen rund um die bedarfsgerechte Fütterung: Die richtige Fütterung von Katzen

Sonstige Informationen können Sie sich hier herunterladen: