Erkältungswelle legt auch Katzen lahm

Feuchtkaltes Wetter, trockene Heizungsluft, ein schniefender Artgenosse: Katzen fangen sich in der dunklen Jahreszeit genauso leicht eine Erkältung ein wie wir Menschen. Auch die Behandlung ist ähnlich. Eine Ausnahme ist der Katzenschnupfen – eine infektiöse Erkrankung, die ernste Folgen haben kann. 

Foto: iStock / krkblokhin

Die Katze niest, die Nase läuft, ihre Augen sehen verquollen aus – hat sich eine Katze erkältet, dann ruft das ähnliche Symptome hervor wie bei uns Menschen. Auch die Ursachen sind ähnlich: Fallende Temperaturen belasten das Immunsystem. Besonders bei jungen Kitten und abwehrschwachen Tieren, die bei Regen und Kälte draußen herumtollen, läuft am nächsten Tag schnell die Nase. Viele Freigänger stecken sich auch untereinander an. 

Für den Halter bedeutet dies zunächst keinen Grund zur Sorge. Mit Ruhe und Fürsorge geht es dem vierbeinigen Mitbewohner meist bald besser. Jedoch sollte sein Zustand genau beobachtet werden: „Dauert die Erkältung länger als drei Tage an und zeigt die Katze starke Verhaltensänderungen, wie Lethargie und Zurückgezogenheit, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden“, erklärt Dr. Barbara Schöning, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz von der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie (GTVMT). „Dieser kann beurteilen, ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich nur um eine harmlose Erkältung handelt, oder ob eine ernste Infektionskrankheit wie der sogenannte Katzenschnupfen vorliegt.“

So pflegt der Halter seine erkältete Katze

Als Anzeichen für eine harmlose Erkältung nennt Dr. Schöning Niesen, Husten, Müdigkeit und Appetitlosigkeit des Stubentigers. Jetzt sei die Fürsorge des Besitzers gefragt: Eine warme, ruhige Wohnung und ausreichend frisches Wasser unterstützen den Heilungsprozess. Für Trinkmuffel bietet sich ein Trinkbrunnen an, der einen Wasserlauf simuliert. Lässt die Katze es zu, kann der Tierhalter mit einem sauberen Tuch vorsichtig Augen und Nase säubern – von einer Reinigung mit einer Kamillelösung rät die Tierärztin aber ab. 

Ausgelassene Spiele sollten zunächst ausfallen, denn Ruhe hat Priorität. „Um die Erkältungspatienten vor der Kälte zu schützen und eine Ansteckung von Artgenossen zu vermeiden, sollten Freiläufer zunächst in der Wohnung bleiben“, rät Dr. Schöning. „Gemeinsam in einer Wohnung lebende Katzen haben vermutlich schon Erreger ausgetauscht. Auch wenn nur eine krank erscheint, sollten alle beobachtet werden.“ Wenn nötig – und wenn dadurch kein Stress erzeugt wird – sollte man dem kranken Tier Ruhe in einem separaten Raum gönnen.

Ein Katzenschnupfen ist mehr als eine Erkältung

Halten die Symptome über mehrere Tage an oder verstärken sich, so sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Fieber erkennt der Halter zum Beispiel an sehr warmen Näschen und Ohrmuscheln. Auch ein grün- oder gelblich verfärbter Ausfluss aus der Nase ist ein Warnsignal. „Bei diesen Symptomen kann auch ein Katzenschnupfen die Ursache der Erkrankung sein“, sagt Dr. Schöning. 

Die etwas verwirrend als Katzenschnupfen bezeichnete Krankheit ist eine infektiöse Erkrankung der Atemwege und der Schleimhäute im Kopfbereich bei Katzen, die von Viren ausgelöst wird. Der Schnupfen tritt unabhängig von der Jahreszeit auf und kann unter Umständen lebensbedrohlich für Stubentiger sein. „Wird sie nicht schnell behandelt, kann die Krankheit chronisch werden und Folgeschäden verursachen“, warnt Dr. Schöning. Eine präventive Impfung sei ratsam, um das Risiko des Katzenschnupfens zu minimieren. IVH

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