Kleine Vampire im Terrarium: Spannende Bewohner, nicht nur zu Halloween

Bald ziehen sie wieder durch die Straßen, die Monster, Hexen, Vampire und Werwölfe. Denn am 31. Oktober ist Halloween. Terrarienbesitzer können sich aber auch ganzjährig kleine Vampire ins Haus holen: Die amphibischen Vampirkrabben der Gattung Geosesarma aus Südostasien sind nur wenige Zentimeter groß, spektakulär gefärbt, zeigen ein spannendes Sozialverhalten und sind oft überaus aktiv. 

In ihrer Heimat bewohnen die kleinen Krebse – von denen es über 50 verschiedene Arten gibt – die Streuschicht der Regenwälder in der Nähe kleiner Bäche, Wasserfälle oder Sümpfe. Man findet sie bis in Höhen von 1300 Metern über dem Meeresspiegel. Ihre natürlichen Lebensräume bieten den Vampirkrabben sowohl ausreichend Verstecke und das benötige Mikroklima als auch ein vielfältiges Nahrungsspektrum. Entsprechend ist für die artgerechte Haltung der kleinen Krabben im Terrarium einiges zu beachten.

Ein vampirgerechtes Terrarium: Vampirkrabben lieben es tropisch

Vampirkrabben lassen sich auch in kleineren Terrarien tiergerecht pflegen. Für ein Paar oder ein Männchen mit zwei Weibchen reichen Terrarien ab einer Grundfläche von 30 Mal 30 Zentimetern aus, sofern diese geschickt eingerichtet sind.

Das Terrarium sollte über eine möglichst hohe Bodenwanne verfügen, damit sich die Krabben Wohnröhren graben können. Hierfür benötigen sie einen ausreichend tiefen Bodengrund von mindestens fünf Zentimetern Höhe, zum Beispiel aus Terrarienerde, Torf, Kokoshumus oder einer Mischung der Substrate. Die Bodenschicht können Krabbenbesitzer mit kleinen Stücken Naturkork, getrocknetem Laub von Eiche, Buche oder Seemandelbaum und Moos bedecken. Dadurch schaffen sie viele Versteckmöglichkeiten mit unterschiedlichem Mikroklima. 

Essenziell für die Einrichtung ist zudem eine Wasserschale, etwa aus dem Zoofachhandel, die mindestens einen halben Liter Wasser fassen sollte. Ein Stück Naturkork in der Wasserschale sowie ein Seemandelbaumblatt oder Wasserpflanzen wie Wasserpest oder Javamoos sorgen für Versteckmöglichkeiten und stabile Wasserwerte. Um schlechten Wasserwerten vorzubeugen, sollten Terrarienbesitzer zusätzlich regelmäßige Teilwasserwechsel durchführen. 

Eine Rückwand und gegebenenfalls Seitenwände aus Kork oder Xaxim sowie einige Kletteräste und Pflanzen wie Bromelien oder kleine Ficus-Arten vervollständigen die Einrichtung des Terrariums.

Vampirkrabben bevorzugen Temperaturen von 24 bis 28 Grad Celsius. Um diese zu erzielen, können Tierhalter entweder eine kleine Heizmatte unter dem Terrarium oder eine entsprechende Terrarienbeleuchtung verwenden. Die Temperaturen sollten auch nachts 16 bis 18 Grad Celsius nicht dauerhaft unterschreiten. Ein regelmäßiges Besprühen der Terrarieneinrichtung mit Wasser simuliert die tropischen Schauer im natürlichen Habitat der Krabben.

Vampirfütterung: Vampirkrabben lieben es abwechslungsreich

Halter von Vampirkrabben sollten ihre Schützlinge möglichst abwechslungsreich füttern. Hierzu eignen sich neben Fischfutterflocken oder getrockneten Bachflohkrebsen aus dem Zoofachhandel auch Futterpellets für Fische. Damit die Tiere das Futter leichter aufnehmen können, sollten diese vor dem Verfüttern mit einem Mörser zerrieben werden. 

Thunfisch, Hering oder Forelle – entweder frisch oder im eigenen Saft aus der Konservendose – werden von Vampirkrabben ebenfalls nicht verschmäht. Eine alternative Nahrungsquelle für die krabbelnden Vampire stellen kleine Heimchen oder Grillen dar. Sie stimulieren zudem das Jagdverhalten der Krabben: Geschickt huschen sie durch ihr Terrarium, um das Lebendfutter zu erbeuten. 

Es muss aber nicht immer tierische Kost sein. Auch Gurke, Zucchini, Tomate, Apfel, Birne, Mango oder Banane eignen sich bestens, um die farbenfrohen Pfleglinge abwechslungsreich zu ernähren. Wichtig: Für ein gesundes Wachstum der Krabben muss immer eine Kalziumquelle im Terrarium verfügbar sein. Hierzu bietet sich zum Beispiel Sepiaschale an.

Um zu vermeiden, dass sich aufgrund des feucht-warmen Klimas Schimmel bildet, sollten Halter das Futter für ihre Krabben in einer oder zwei kleinen Futterschalen anbieten. Diese lassen sich einfach aus dem Terrarium entnehmen und reinigen. So wissen Terrarienbesitzer immer, was von den Vampirkrabben gern gefressen wird. 

Zusätzlich können Tierhalter den Bodengrund mit Springschwänzen oder kleinen tropischen Asseln „animpfen“. Diese Nützlinge helfen nicht nur dabei, das Terrarium sauber zu halten, sondern sind auch eine stets zugängliche Nahrungsquelle für die Vampirkrabben und deren Jungtiere. IVH/BNA

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