Farbmaus-Knigge: So gewinnen Halter das Vertrauen ihrer Nager

Die Maus läuft den Arm ihres Halters hoch, klettert von der einen zur anderen Schulter, hält kurz inne, schnuppert, und weiter geht die lustige Kletterpartie. Zahme Farbmäuse nutzen „ihre“ Menschen gern als Spielgerät. Manche akzeptieren sie sogar als Spielpartner oder lassen sich gern kraulen. Doch wie gewinnt man das Vertrauen der kleinen Nager und schafft es, dass sie freiwillig Körperkontakt suchen und sich dabei entspannen? Kleintier-Expertin und Ratgeber-Autorin Christine Wilde weiß Rat.

Ein bisschen Zeit muss sein…
„In den ersten Tagen laufen die Tiere in der Regel weg, wenn der Mensch sich ihrem Gehege nähert und sie anspricht. Sie brauchen dann eine ganze Weile, bis sie wieder aus ihrem Versteck kommen“, erklärt Wilde eine typische Verhaltensweise von Farbmäusen. „Bevor sie mit den ersten Zähmungsversuchen beginnen, sollten Halter ihren Nagern deshalb unbedingt Zeit geben, bis sie in diesen Situationen schnell wieder hervorkommen und Neugierde signalisieren. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass eine Maus ihren Menschen interessiert beobachtet, wenn er sie füttert.“

Wie lange die Eingewöhnung dauert, hängt davon ab, woher die Mäuse kommen und wie sehr sie bereits an Menschen gewöhnt sind. „Tiere aus dem Zoofachhandel oder aus Tierheimen sind häufig etwas scheuer“, sagt Wilde. „Sie können durchaus mehr als eine Woche brauchen, bis sie anzeigen, dass sie Kontakt zum Menschen haben möchten. Mäuse, die bereits intensiveren Kontakt zu Menschen hatten, werden oft schon nach ein bis zwei Tagen neugierig.“ Während der Eingewöhnungszeit brauchen die Nager Ruhe. Lautes Fernsehen, laute Musik oder andere laute Geräusche sollten Halter möglichst vermeiden. Zudem sollten sie ihre Tiere an feste Fütterungszeiten gewöhnen. Und, ganz wichtig: In der ersten Woche das Gehege nicht reinigen, denn mit ihrem Geruch fühlen sich die Mäuse sicher.

Schritt für Schritt zum Mäuse-Kumpel
Im ersten Schritt sollten Halter mit ihren Farbmäusen reden und sie so an ihre Stimme gewöhnen. Dazu können sie zum Beispiel während der Fütterung ruhig am Gehege stehenbleiben. Signalisieren die Mäuse durch neugierige Blicke Interesse, wird als nächstes regelmäßig die Hand ins Gehege gehalten. Dabei muss nicht unbedingt Futter darauf liegen, denn wenn Halter es später weglassen, könnte dies einige Mäuse zu Bissen verleiten.

„Mäusehalter sollten immer ruhig und entspannt bleiben, sich viel Zeit nehmen und warten, bis die Tiere von sich aus kommen und etwa an der Hand schnuppern“, empfiehlt Wilde. „Zudem ist es wichtig, sie nicht beim Schlafen zu stören und die Hand nie zu nah an das Schlafnest zu legen.“ Mit etwas Geduld wecken Halter so die Neugier ihrer Nager, können sie nach einigen Tagen hochheben und werden vielleicht schon bald zu ihrem Lieblings-Klettergerüst. IVH
 

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