Hitzefrei für Vielflieger: So kommen Wellensittich & Co. gut durch den Sommer

Kanarische Inseln, Azoren und Australien sind beliebte Reiseziele. Sie sind aber auch die natürliche Heimat verschiedener Ziervögel wie Wellensittich, Kanarienvogel und Co. Die kleinen Flieger führen dort ein Nomadenleben. Wird ihnen beispielsweise zu heiß, suchen sie sich vorübergehend einen neuen Ruheort, an dem sie Wasser und Schatten finden. Damit auch ihre Verwandten, die hierzulande in der Obhut liebevoller Vogelfreunde leben, gut durch heiße Zeiten kommen, brauchen sie ein wenig Unterstützung.

„Die Ziervogelwelt ist sehr heterogen. Es gibt viele unterschiedliche Spezies, die aus verschiedensten klimatischen Zonen und Lebensräumen stammen“, sagt Dr. Julia Böhme von der Klinik für Vögel und Reptilien an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Uni Leipzig. „Eine einheitliche Wohlfühltemperatur gibt es daher nicht. In unseren Breitengraden sollten aber ab 25° Celsius Maßnahmen zur Abkühlung für die Tiere ergriffen werden.“

Grundsätzlich ist das Vogelheim – egal ob drinnen oder draußen – am besten an einer gut temperierten und belüfteten, aber zugfreien Stelle platziert. Steigen die Temperaturen, sollten Vogelhalter darauf achten, dass genügend Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten vorhanden sind. „Man kann den Käfig mit einem hellen Tuch oder Laken abdecken, um die Tiere vor zu viel Sonne zu schützen“, so Dr. Böhme. Und weiter: „Gerade auch bei Außenvolieren ist Schatten wichtig. Bei Bedarf sollten Besitzer von Wellensittichen oder anderen Ziervögeln Teilbereiche abhängen, zum Beispiel mit hellen Planen.“

Wichtig ist auch ein verstärktes Wasserangebot: Eventuell mehrere Trinkwassergefäße aufstellen, das Wasser mehrmals täglich wechseln und Bademöglichkeiten abseits der prallen Sonne anbieten. „Regelmäßige ‚Duschen‘ aus der Sprühflasche schaffen ebenfalls Abkühlung“, rät die Expertin. Sofern die Vögel es vertragen, kann zudem das Angebot an Frischfutter gesteigert werden.

Zusätzlich sollten Vogelhalter ihre gefiederten Schützlinge gerade an heißen Tagen genau beobachten. „Bei hohen Temperaturen werden die Tiere inaktiver, suchen dunkle Bereiche auf, schlafen und trinken deutlich mehr und nutzen die Badestelle häufig, um ihr Gefieder zu benetzen“, erläutert Dr. Böhme. „Auch abgespreizte Flügel, enganliegendes Gefieder sowie eine vertiefte Atmung bis hin zu Hecheln sind klare Zeichen dafür, dass es Hansi und Co. zu heiß wird.“ Spätestens dann sollten Vogelhalter die Angebote zur Abkühlung verstärken. Sollte ein Vogel trotz aller Vorkehrungen einen Sonnenstich erleiden, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam.

In der Regel gilt aber: Ist für genug Schatten und ein ausreichendes Wasserangebot gesorgt, kommen die bunten Gesellen gut durch den Sommer. IVH