„Schau mir auf die Füße, Kleines“ - Wenn Meerschweinchen auf die Balz gehen

Ein guter Hüftschwung imponiert jedoch nicht immer sofort: Auch wenn das Weibchen brünstig ist, rennt es erst mal noch weg. Ist das Weibchen partout nicht paarungsbereit, wehrt es die Werbung des Männchens ab, indem es sein Hinterteil hebt und einen Harnstrahl in Richtung des Männchens abschießt. Ein natürlicher Abwehrmechanismus, den meistens Meerschweinchen-Herren abbekommen. Das Männchen bleibt erst mal verdutzt sitzen. Doch: Meerschweinchen-Männer sind aufdringliche Liebhaber. Haben sie ein Weibchen auserkoren setzen sie ihren Werbungstanz unbeirrt fort.
Ist das Weibchen paarungsbereit, geht alles schnell: Sie hebt ihr Hinterteil und keine Minute später ist der Paarungsakt beendet. Danach putzen sich die Tiere und nach einer kurzen Pause paaren sie sich erneut.
Der Paarungseifer der kleinen Nager geht schon früh los. „Weibchen können bereits mit drei bis vier Wochen geschlechtsreif werden, Böckchen sind es in der Regel erst mit zwei bis drei Monaten“, erklärt die Biologin. Weibliche Meerschweinchen sind etwa alle 16 Tage und spätestens eine Stunde nach der Geburt ihrer Jungen wieder empfängnisbereit. Nach etwa 67 Tagen ist die Schwangerschaft beendet.
Wer keine Lust auf Nachwuchs seiner Hausmeerschweinchen hat, kann das Männchen kastrieren lassen, wovon die Expertin allerdings abrät. Besser hält man stattdessen nur Männchen oder Weibchen, gibt die Expertin den Tipp, die selbst fünf Meerschweinchen-Damen zu Hause hat. Falls Hausmeerschweinchen-Besitzer sich doch für eine Kastration entscheiden sollten: Am besten wenn die Böcke drei Wochen alt sind. Nach der Kastration empfiehlt es sich, das Männchen noch sechs Wochen von seiner Herzallerliebsten zu trennen, damit sich nicht doch noch unerwünschter Nachwuchs ankündigt.