Stressfreier Umzug mit dem Vogel: stille Rückzugsräume helfen

So ein Umzug ist anstrengend und mit viel Aufwand verbunden. Doch nicht nur für Menschen ist er belastend, sondern auch für Papageien und Ziervögel. „Werden ständig große Gegenstände wie Möbel oder Umzugskartons an ihnen vorbeigetragen, bedeutet dies für viele Tiere Stress pur“, sagt Gaby Schulemann-Maier, Vogelexpertin und leitende Redakteurin des WP-Magazins, Europas größter Zeitschrift für Vogelhalter. Doch dieser lässt sich für Mensch und Tier gut minimieren, wenn Vogelfreunde folgende Tipps beherzigen.

Rückzugsort fern vom Gewusel
„Während der Arbeiten im alten und neuen Zuhause sollten die Vögel an einer möglichst ruhigen Stelle untergebracht sein“, empfiehlt Schulemann-Maier. Denn häufig müssen im neuen Zuhause etwa Löcher in Wände oder Decken gebohrt werden. Die damit einhergehenden Geräusche können viele Vögel so sehr in Angst versetzen, dass der angeborene Fluchtinstinkt die Oberhand gewinnt und die Tiere panisch auffliegen. „Im Käfig oder in der Voliere besteht dann große Verletzungsgefahr“, mahnt die Expertin. „Wenn es sich einrichten lässt, sollten laute Geräusche im direkten Umfeld der Vögel beim Umzug am besten vermieden werden.“

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass das Tier erschrocken zum Panikflug ansetzt und sich dabei verletzt, weil beispielsweise im Nachbarzimmer gebohrt wird. Die Expertin empfiehlt daher, am Umzugstag wichtige Mittel wie Blutstiller und Verbandsmaterial griffbereit zu haben. Falls es zu einem Panikflug im Käfig oder in der Voliere kommt und sich ein Vogel verletzt, kann dann sofort Erste Hilfe geleistet werden.

Nicht zu unterschätzen: offene Fenster und Türen
„Die Vögel sollten außerhalb von Zugluft untergebracht werden, damit sie keine gesundheitlichen Schäden erleiden“, sagt die Fachredakteurin. „Das gilt vor allem bei Umzügen im Winter, sonst besteht die Gefahr auszukühlen.“ Zudem sollte der Käfig oder die Voliere sehr gut gesichert werden, gerade weil beim Umzug häufig die Wohnungstür und auch Fenster lange offen stehen. „Falls die Vögel in Panik geraten und herumflattern, könnten sie im ungünstigsten Fall das Türchen öffnen und durch ein Fenster oder die Wohnungstür entfliegen“, sagt die Expertin. Auch während des eigentlichen Transports vom alten ins neue Zuhause sollten Käfig oder Voliere entsprechend gesichert werden.

Gute Alternative: Tiersitter
Wer seinen Tieren den Stress und sich die Sorge um seine gefiederten Freunde ersparen will, ist mit einem Tiersitter gut beraten. Werden die Vögel schon vor dem Umzug dem Sitter gegeben, entfallen alle besonderen Vorsichtsmaßnahmen wie das Vermeiden lauter Geräusche und von Zugluft im alten und neuen Zuhause. „Außerdem muss sich der Halter dann keine Gedanken darüber machen, ob die Vögel pünktlich gefüttert werden können“, sagt Schulemann-Maier. „Ein zuverlässiger Tiersitter hat das normalerweise bestens im Griff, wohingegen es während des Umzugstrubels oft nicht so leicht ist, alles zu organisieren und gleichzeitig den Bedürfnissen der Vögel gerecht zu werden.“ IVH

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