Trockene Heizungsluft kann Vögeln schaden

Wird in den heimischen vier Wänden die Heizung aufgedreht, bekommt so mancher Vogel Schnappatmung: Die gefiederten Mitbewohner reagieren auf trockene Luft noch empfindlicher als viele Menschen. Zum Glück ist es leicht, Abhilfe zu schaffen – was auch den Atemwegen der Tierhalter gut tut.

Foto: iStockphoto / DmyTo

Kühle Temperaturen, eine aufgedrehte Heizung, trockene Luft in Wohnräumen – diese Ereigniskette sorgt bei Mensch und Tier oft für Beschwerden und Krankheiten. Welche Luftfeuchtigkeit einem Ziervogel gut tut, ist von Art zu Art verschieden: Während sich der australische Sittich bei einer Raumluft von 40 Prozent wohlfühlt, beträgt die Mindestluftfeuchte bei Vögeln aus tropischen Lebensgebieten etwa 70 bis 80 Prozent. „Jeder Besitzer sollte sich daher ausführlich über die optimalen Haltungsbedingungen für seinen Vogel informieren“, rät Hildegard Niemann, Diplom-Biologin, Autorin und Verhaltensberaterin für Papageien. 

Abhilfe durch funktionelle Topfpflanzen 

Trockene Heizungsluft begünstigt bei Vögeln eine Reizung und Austrocknung der Schleimhäute, auch Schimmelpilze können sich in der Lunge des Tieres ausbreiten. Um zu verhindern, dass es so weit kommt, gibt es einige einfache und kostengünstige Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit im Raum zu verbessern. 

„Schon eine pflegeleichte Zimmerpflanze wie die Grünlilie sorgt für bessere Luft“, erklärt Niemann. „Ob im Topf oder als Hängepflanze in der Blumenampel – die Grünlilie ist robust, benötigt wenig Wasser und wächst nahezu an jedem Standort. Darüber hinaus ist sie nicht giftig.“ Da zum Beispiel Papageien gern in der Erde wühlen, empfiehlt die Expertin, das Erdreich der Pflanze mit Wackersteinen auszulegen. Alternativ kann der Tierhalter im Vogelzimmer auch regelmäßig seine Wäsche zum Trocknen aufhängen. Dabei sollte allerdings sichergestellt sein, dass die Vögel die Wäschestücke im Freiflug nicht gleich wieder abhängen.  

Raus an die frische Luft

Wie bei uns Menschen ist das Immunsystem des Vogels besser abgehärtet, wenn er sich auch mal im Freien aufhält. Wenn es keine Außenvoliere gibt, empfiehlt Expertin Niemann, den Käfig bei angenehmen Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad zeitweise auf den Balkon oder auf die Terrasse zu stellen. „Frische Luft tut auch dem Vogel gut“, sagt Niemann. „Direkte Sonneneinstrahlung und Wind sollten dabei vermieden werden.“

Natürlich muss vor dem Ausflug ins Freie sichergestellt sein, dass der Käfig gut verschlossen ist und das Tier nicht entweichen kann. Auch sollte das Vogelheim niemals unbeaufsichtigt draußen stehen – zu groß ist die Gefahr durch Katzen und Greifvögel.

Rücksichtsvoll lüften

Wenn der Vogelkäfig nicht direkt im Durchzug steht, schadet auch kurzes, regelmäßiges Durchlüften der Räumlichkeiten nicht. Bei besonders jungen oder älteren Vögeln, die anfällig für Erkältungen sind, rät die Biologin, während des Lüftens eine Decke über den Käfig zu hängen. IVH

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