Zuhause ist ihr Lieblingsort
Warum Katzen Betreuung im gewohnten Umfeld bevorzugen

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Für erwachsene, gesunde Katzen ist es problemlos möglich, einige Stunden allein zu bleiben. Die Abwesenheit etwa während der Arbeitszeit ist für die meisten Tiere gut zu bewältigen, sofern Futter, Wasser und saubere Katzentoiletten zur Verfügung stehen. Länger als einen ganzen Tag sollten Katzen jedoch nicht auf sich allein gestellt sein. Jungtiere, Senioren oder kranke Stubentiger benötigen häufig sogar eine engmaschigere Aufsicht. „Katzen brauchen nicht ständig Beschäftigung, aber sie brauchen Verlässlichkeit“, erklärt Katzenexpertin und Diplom-Biologin Birgit Rödder. „Bekannte Routinen geben Sicherheit und Struktur im Alltag.“
Gut betreut im eigenen Zuhause
Für viele Katzen ist die Betreuung im vertrauten Heim die beste Option. „Hier kennen sie ihre Umgebung, die vertrauten Gerüche und ihre Rückzugsorte. Eine Freundin, Verwandte oder ein Cat-Sitter kommt dann ein- bis zweimal täglich vorbei, füttert die Tiere, nimmt sich etwas Zeit, mit ihnen zu spielen, und säubert Näpfe und Katzenklos“, so die Expertin. „Noch besser ist in der Regel ein Haussitter, der auch über Nacht bleibt und zur gewohnten Routine beiträgt.“
Die Betreuung durch Nachbarn oder Freunde ist oft schnell organisiert und kostenlos. Die Qualität kann allerdings von der Erfahrung im Umgang mit Tieren abhängen. Damit sich Katzenhalter wohl dabei fühlen, ihre Tiere kurzzeitig in die Obhut anderer zu geben, sollten sie einige Informationen bereitstellen. Dazu zählen klare Anweisungen etwa zur Art, Häufigkeit und Menge des Futters, Tipps zum typischen Verhalten der Katzen sowie die Kontaktdaten der Tierarztpraxis. Das hilft auch den Katzensittern: Je mehr sie über ihre Pfleglinge wissen, umso besser können sie ihren Bedürfnissen entsprechen. „Um allzu großen Stress für die Stubentiger zu vermeiden und ihre optimale Versorgung sicherzustellen, kommt die Vertretung am besten schon vor dem Urlaub mehrmals ins Haus, freundet sich mit den Katzen an und lernt ihre Eigenheiten kennen“, empfiehlt Rödder.
Zu Gast bei Freunden oder in der Tierpension
Während sich manch sensible Katze mit der Umgewöhnung an neue Umfelder schwertut, ist für einige Artgenossen die Unterbringung in einer Tierpension oder anderen Wohnung ganz unproblematisch. Der Vorteil dabei liegt in der kontinuierlichen Anwesenheit von Menschen, die nicht nur zu bestimmten Zeiten, sondern immer wieder einen Blick auf die Samtpfoten werfen können. Eine Übersicht über Anbieter zur Katzenbetreuung finden Interessierte auf www.leben-mit-heimtier.de.
Wie die eigenen Katzen damit umgehen, sollte man behutsam ausprobieren und trainieren. Es kann auch sinnvoll sein, einen Probeurlaub über mehrere Tage oder eine Woche zu buchen, um zu schauen, ob Mensch und Tier zusammenpassen. „Die ungewohnte Umgebung kann Stress auslösen. Dann ziehen sich die Katzen zurück und wirken angespannt. Vertraute Gegenstände wie ihre Decke, Spielzeug und die vertraute Katzenstreu können in solchen Fällen Sicherheit geben“, erklärt Rödder. „Eine gelungene Betreuung erkennt man daran, dass die Katzen nach der Rückkehr entspannt wirken. Das ist das beste Zeichen dafür, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen wurden.“
Ob Nachbar, Cat-Sitter oder Tierpension: Die perfekte Lösung orientiert sich immer am individuellen Tier und seinem Charakter. Kennt man die Vorlieben und weiß, dass es der Katze gut geht, kann man dann auch die eigene Reise besser genießen. IVH