Tierwohl beginnt bei der Bildauswahl
IVH veröffentlicht Leitfäden zur Vermeidung von Qualzucht-Darstellungen in der Werbung

Mit seinen neuen Leitfäden will der IVH Werbetreibende bei der Nutzung von Bildern mit Heimtieren sensibilisieren.
Tiere haben eine enorme mediale Strahlkraft. Ob in klassischen Werbekampagnen, als Social-Media-Content oder in Influencer-Formaten: Sie erzeugen Aufmerksamkeit, Emotionen und Nähe. Diese Beliebtheit ist nicht immer im Sinne der Tiere, denn zunehmend sind auf solchen Bildern Heimtierrassen mit Qualzuchtmerkmalen zu sehen. „Vielen Absendern ist nicht bewusst, dass die gezeigten Tiere Merkmale aufweisen, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen können. Diese von unbedenklichen Rassemerkmalen zu unterscheiden, ist nicht immer einfach“, sagt IVH-Geschäftsführerin Dr. Katrin Langner.
Die Folgen dieses Trends wiegen trotzdem schwer: „Die wiederholte Zurschaustellung von Rassen mit Qualzuchtmerkmalen kann ungewollt zu ihrer Popularisierung beitragen und damit langfristig das Nachfrageverhalten beeinflussen“, erklärt Dr. Langner. Für die Tiere, die mit bestimmten Merkmalen geboren werden, bedeutet das oft lebenslanges Leid – beispielsweise durch zu enge Atemwege, Knochendeformationen oder eine erhöhte Neigung zu bestimmten Erkrankungen. Mitunter können sie auch schlichtweg ihre tiertypischen Verhaltensweisen nicht ausleben.
Leitfäden zu Hunden, Katzen und Kleintieren/Ziervögel
Deshalb hat der IVH nun drei Leitfäden entwickelt, die Werbetreibenden eine praktische Hilfestellung an die Hand geben sollen. Die Publikationen zu Hunden, Katzen und Kleintieren/Ziervögeln vermitteln die häufigsten Qualzuchtmerkmale und bieten anhand von Gegenüberstellungen geeigneter und ungeeigneter Darstellungen eine praxisgerechte Orientierung für die Verantwortlichen in Unternehmen und bei Kommunikationsdienstleistern.
„So können auch Personen ohne veterinärmedizinische Fachkenntnisse erkennen, worauf sie bei der Bildauswahl achten sollten“, sagt Dr. Langner. „Als Branche wollen wir ein gemeinsames Zeichen setzen: Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere sollten bei ihrer öffentlichen Darstellung immer Vorrang vor einem vermeintlich besonders niedlichen oder außergewöhnlichen Erscheinungsbild haben.“
Zusammenarbeit von zahlreichen Expert:innen
Entstanden sind die Leitfäden in enger Zusammenarbeit zwischen der IVH-Geschäftsstelle, dem wissenschaftlichen Beirat des Verbands und Fachverbänden aus dem Heimtierbereich, die ihre Expertise eingebracht haben.
Die drei Publikationen „Leitfaden zur Vermeidung der Darstellung von Qualzuchtmerkmalen bei Heimtieren in der Werbung“ für Hunde, Katzen sowie Kleintiere und Ziervögel stehen unter www.ivh-online.de/presse-medien/werbung-mit-tieren.html zum Download bereit. Um aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, werden die Inhalte jährlich geprüft und bei Bedarf aktualisiert.