Sicher auf Samtpfoten

Die Wohnung Schritt für Schritt katzengerecht gestalten

Neugierig die Fensterbank erkunden, auf den Schrank springen oder unters Sofa kriechen – Katzen betrachten die Wohnung aus einer ganz eigenen Perspektive. Was für uns Menschen harmlos erscheint, kann für sie allerdings zur Gefahrenquelle werden. Besonders vor dem Einzug einer Katze lohnt sich deshalb eine gründliche Überprüfung, ob die Umgebung für die Samtpfote geeignet ist.

Foto: Pexels

Schritt 1: Die Wohnung aus Sicht der Katze betrachten

Am besten beginnt man beim Absichern mit einem Rundgang durch alle Räume und versetzt sich dabei in seine Katze. Wo könnte sie hinaufspringen? Welche schmalen Zwischenräume laden zum Erkunden ein? Was hängt herunter oder lässt sich mit einer Pfote vom Regal befördern?

Dabei sollten Halter nicht nur den Boden im Blick behalten: „Katzen nutzen gerne die sogenannte dritte Dimension und erreichen über Möbel, Regale oder Fensterbänke schnell Stellen, an die man gar nicht gedacht hätte“, sagt Dr. Gudrun Preibisch von der Katzenberatung-München.de. „Zerbrechliche oder schwere Gegenstände sollten deshalb so stehen, dass sie nicht herunterfallen können. Kratzbäume, und zum Beispiel in einigen Wochen auch der Christbaum, sollten unbedingt gut gegen Umfallen gesichert werden. Auch eine heiße Herdplatte oder brennende Kerzen stellen eine echte Gefahr für Katzen dar.“ Im Alltag sollte man sich außerdem auch bei offenen Waschmaschinen, Schränken oder Schubladen immer vergewissern, dass sie nicht zu einer Höhle umfunktioniert wurden.

Schritt 2: Fenster und Balkon sichern

Katzen verbringen nicht nur viel Zeit damit, die Umwelt vor dem Fenster zu beobachten, sondern nutzen gerne auch Gelegenheiten, selbst nach draußen zu kommen. Gekippte Fenster können dabei zur Falle werden, wenn das Tier versucht, sich durch den Spalt zu quetschen und sich einklemmt. Fenstersicherungen aus dem Fachhandel können das verhindern – oder die Fenster sollten geschlossen bleiben.

Gleiches gilt auch beim Balkon: Ist er zuverlässig mit einem Netz gesichert, können Katzen hier problemlos frische Luft schnappen. Das Geländer allein hingegen ist für die Sprung- und Kletterkünstler kein ausreichender Schutz, auch wenn man selbst die obere Kante für unerreichbar hält.

Schritt 3: Kabel, Schnüre und Haargummis außer Reichweite bringen

„Lose Kabel, Schnüre, Wollfäden, Geschenkbänder oder die Spielangel sind insbesondere für junge und verspielte Katzen verlockend“, so die Expertin. „Beim Spiel damit kann aber Strangulationsgefahr bestehen. Deshalb sollten diese Dinge nicht unbeaufsichtigt für die Katze zugänglich sein. Auch Gegenstände wie Haargummis, kleine Plastikteile oder Büroklammern animieren Katzen oft zum Spielen, bergen aber das Risiko, dass sie verschluckt werden. Das kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen, etwa einen Darmverschluss. Im Verdachtsfall sollte man unbedingt eine Tierklinik aufsuchen.“

Schritt 4: Vorsicht vor giftigen Pflanzen, Lebens- und Reinigungsmitteln

Zimmerpflanzen bringen etwas Grün in die Wohnung – aber sehr viele davon sind für Katzen giftig. Lilien, Ficus Benjamina oder Weihnachtsstern, um nur ein paar zu nennen, sind schon in geringen Mengen gefährlich für Samtpfoten und sollten daher möglichst gar nicht in einem Katzenhaushalt zu finden sein oder nur in Räumen stehen, zu denen die Tiere keinen Zugang haben. Auch zahlreiche Schnittblumen und sogar das Vasenwasser (z. B. von Lilien) können bei Katzen zu Vergiftungen führen. Der Zoofachhandel berät gerne zu geeigneten Alternativen.

Auch einige Lebensmittel sind für Katzen giftig, wie zum Beispiel Zwiebeln, Schnittlauch, Avocado, Rosinen oder Schokolade. Daher sollten Lebensmittel generell für Katzen nicht zugänglich sein. Reinigungsmittel sowie Medikamente, aber auch Plastiktüten und Tüten mit Tragegriff sollten ebenfalls immer in verschlossenen Schränken aufbewahrt werden, damit sie für die Katze nicht erreichbar sind.

Schritt 5: Sichere Alternativen schaffen

„Einige der oben genannten Punkte betreffen typisches Katzenverhalten – die Tiere ziehen sich gerne in kleine Höhlen zurück, klettern in die Höhe, spielen mit Fäden oder wollen am Geschehen vor dem Fenster teilnehmen“, so Dr. Preibisch. „Eine wichtige Prävention ist daher, geeignete Rückzugsorte, Kratz- und Klettermöglichkeiten zu schaffen sowie sicheres Spielzeug anzubieten.“ Gemeinsames Spielen hilft zudem dabei, Langeweile vorzubeugen, die die Katze sonst vielleicht zum nächsten waghalsigen Abenteuer motivieren könnte. IVH