Vielseitige Tierliebe in einem Haushalt
Worauf es beim Zusammenleben verschiedener Heimtierarten ankommt

Hund und Hamster, Ziervögel und Zebrafische, Katze und Kaninchen – tierliebe Menschen haben häufig Freude daran, mit Vertretern unterschiedlicher Tierarten zusammenzuleben. Besonders verbreitet ist die Kombination aus Hund und Katze, die in rund sieben Prozent der Haushalte in Deutschland anzutreffen ist.
Die Gründe dafür sind vielfältig, wie die Erhebung für das Jahr 2025 zeigt. „Auf die Frage, warum Menschen mit ihren Heimtieren zusammenleben, gab es ganz unterschiedliche Rückmeldungen“, erklärt IVH-Geschäftsführerin Dr. Katrin Langner. „Hunde- und Katzenhalter beispielsweise nannten als häufigsten Grund, dass die Tiere ihnen Spaß und Freude schenken, gefolgt von Liebe und Zuneigung sowie ihrer Rolle als Lebensbegleiter und Gesellschafter. Die Halter von Aquarien- und Terrarientieren wiederum beobachten ihre Mitbewohner gern. Verbreitet ist hier zudem der Wunsch, die Lebensumgebung frei und tiergerecht gestalten zu können. Kleintiere werden überdurchschnittlich dafür geschätzt, dass sie dabei helfen, dass Kinder Verantwortung übernehmen lernen.“
Unterschiedliche Tiere, unterschiedliche Bedürfnisse
So abwechslungsreich wie die Heimtierhaltung ist, hat auch jede Tierart eigene Ansprüche an eine tiergerechte Haltung. Die einen brauchen viel Aufmerksamkeit, die anderen sind nachtaktiv, einige lassen sich gern streicheln, während andere eher Potenzial zur Beobachtung bieten. „Wer sich für verschiedene Tierarten entscheidet, sollte auch die jeweiligen individuellen Bedürfnisse erfüllen können“, sagt Dr. Langner. „Jedes Tier sollte in seinem Umfeld die Bedingungen vorfinden, die ihm ein gesundes und glückliches Leben erlauben.“
Hund und Katze: Trotz Vorurteilen ein gutes Team
Die Kombination aus einem Hund und einer Katze gehört zu den häufigsten Formen der Mehrfachtierhaltung in Deutschland. Entgegen vieler Vorurteile kann das Zusammenleben gut funktionieren – vorausgesetzt, beide Tiere werden behutsam aneinander gewöhnt. Wichtig sind ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für beide Seiten sowie klare Regeln im Alltag. Grundsätzlich sollten die Tiere selbst entscheiden können, wann und wie viel Kontakt sie miteinander haben möchten.
Vor allem junge Hunde und Katzen oder Vierbeiner, die in ihrer Kindheit viel Kontakt zur jeweils anderen Tierart hatten, kommen in der Regel gut miteinander aus.
Kontakt zu Artgenossen bleibt Voraussetzung
Viele Tierarten benötigen Artgenossen, mit denen sie ihr arttypisches Verhalten zeigen und kommunizieren können. Kaninchen, Meerschweinchen, die meisten Ziervögel und auch viele Fischarten sollten nicht allein gehalten werden, sondern mindestens als Paar, oft noch besser als Gruppe. Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen können sich zwar eine Unterkunft teilen, wenn sie ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten haben. Es handelt sich aber dennoch um unterschiedliche Arten mit eigenen Bedürfnissen und Kommunikationsformen. Ein Kaninchen kann einem Meerschweinchen keinen Artgenossen ersetzen und umgekehrt.
Sicherheit und Rückzugsmöglichkeiten schaffen
Wichtig ist zudem, Konflikte zwischen den Tierarten zu unterbinden. „Nicht jede Kombination ist sinnvoll“, warnt Dr. Langner. „Kleine Heimtiere sollten beispielsweise nicht unbeaufsichtigt mit Hunden oder Katzen zusammenkommen. Selbst wenn die Tiere friedlich erscheinen, kann es beim Spiel schnell zu Verletzungen kommen.“ Und sogar wenn ein Gehege die Tiere trennt, sollten alle eigene Bereiche in verschiedenen Zimmern haben, in die sie sich in Ruhe zurückziehen können. IVH